Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1885)
- Date
- 1885-03-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
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53 22. 25. betreffen anstandsmäßige Leichenbegleitung, Kontrolle der Synagogen und Armenkassen, deutsche Traureden, Verbesserung der Frauenbäder, überhaupt ritueller Einrichtungen, Überwachung der Beschneidung, welche nur die von der Sanitätsbehörde geprüften Mohelim vollziehen dürfen, Prüfung der Schächter, Kantoren etc. 26.Hierbei wird zugleich erinnert, daß an passenden Sabbathen oder Festtagen Vorträge, welche das Staats- und gemeine Wohl bezwecken, zur Treue gegen Fürst und Obrigkeit, zum Gehorsam gegen die Staatsgesetze ermuntern und überhaupt patriotische Gesinnung befördern können, zu halten sind. 32. Wie wir uns in Gnaden versehen, daß der Landesrabbiner vr. Herxheimer sich seinem Stande und Amte gemäß betragen und durch weisen Ernst, durch uneigennützige Berufstreue und unbestechliche Wahrheitsliebe etc. Unserm Zutrauen entsprechen und vorgedachte Obliegenheiten mit unwandelbarer Gewissenhaftigkeit erfüllen werde: so soll er bei treuer Dienstverrichtung Unsers Landesherrlichen Schutzes und Unserer gnädigsten Zufriedenheit versichert sein. Am 22. März 1831 ernannt, trat er am 3. August, von der jüd. EinwohnersMrMWlg Hgrüsst,' sein neM. _Ämt an^ eir ' treu._lemer_Üb^Mn«a.. und gehorsam den Weisungen seines fürstlichen Gönners, bis zu seiner am 1. Sept. 187H. erfolgten Pensionierung verwaltend. Die glühende Liebe, welche ben bescheidenen, steißigen Mann für seine Stammesgenossen und das Judentum beseelte, fand in hingebungsvoller Wirksamkeit wohlthuenden Ailsdruck. Fest und beharrlich hat er alle Zweige seiner erziehlichen und seelsorgerischen Thätigkeit gepflegt, sie zur Blüte und Fruchtspende gezwungen und, von dem kleinen freundlichen Städtchen, der intelligenteil jüdischen Gemeinde aus, sich durch. litergMchLWW v samkeit einen Weltruf erworben. In Bernburg erwarb er sich bald die Sympathien s?tir?f"'GeMm8eimWe8er' und die Hochschätzung der Christen. Bei einzelnen Gehässigkeiten und Anfeindungen, die wohl keineni Rabbiner erspart bleiben, konnte er, im Hinblick auf seinen ,reiuen Willen und sein hohes Ziel, sich mit des Dichters Worten: „Allen gefallen ist schlimm!" trösten. Für die christlichen . Bewohner des Landes hauptsächlich ist ein größerer Artikel in Nr. 38 der Anhalt-Bernburgischen Wöchentlichen Anzeigen vom 22. Sept. 1832, „das Landrabbinat in Bernburg" betitelt, berechnet. „Unser weiser Herrscher", heißt es darin „hat nicht etwa einen Mann hierher berufen, wie er wohl der Phantasie so manches unkundigen Lesers vorschweben mag: kenntlich durch alle Attribute eines sogenannten polnischen Rabbinen und — was das Aergste wäre— mit allem dem krassen Aberglauben und den Vorurteileil belastet, welche inan leider noch hin und wieder bei den jiidischen Gelehrten antrifft — Vorurteile, die jedoch, zur Ehre der Juden, im Allgemeinen immer seltener angetroffen werden. Nein ....... Allein auch nicht den überspannten Neuerern scheint der Mann auzugehören ..'... nur ein Mann mit solchen Ansichten, mit solchem Geiste, wie ihn bisher Herr vr. Herxheimer entfaltet hat, konnte zu diesem wichtigen Amte berufen werden." Weiter wird der stilgerechten, gehaltvollen Predigten gedacht, welche auf die zahlreichen christlichen Hörer einen tiefen Eindruck gemacht und manches Vorurteil gegen das reine Judentum beseitigt hätten. „Wenn dies jedoch (leider!) nicht von allen Zuhörern der jüdischen Gemeinde behauptet werden kann, wenn noch keine sichtlichen Erfolge bewirkt wurden, so soll uns dies weder entmutigen noch ungerecht gegen dieselben machen. Man erwäge, daß das Ganze für Biele noch ein neues ungewohntes Schauspiel bildet, und daß namentlich noch so manche dagegen streitende Vorurteile, oder vielleicht — Gewohnheiten bei