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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-02-01 · Heft 2 (1.2.1885) · p. Seite 46

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 2 (1.2.1885)
Date
1885-02-01
Page
Seite 46 (sequence 22)
Language
German
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46 dienen, zumal an dem Sarg eine Stimme ertönte, die des edlen Mannes und der heiligen Stätte nicht würdig war. Die Agada der Tanaiten. Erster Band: Uon Hillel bis Akiba von 30 vor bis 135 nach d. g. I. von Dr. Wilhelm Bacher, Professor an der Landes-Kabbinerfchule in Budapest. Straßburg i. E., Karl I. Trübner 1884. Der Verfasser, dem wir eine sehr schätzbare Arbeit über die Agada der babylonischen Schriftgelehrten verdanken, hat nun den ersten Band eines gleichartigen Werkes der Oeffenlichkeit übergeben, in welchem die ältere Periode der Mischnalehrer von Hillel bis Akiba (30 v. bis 135 n. Ehr.) in Betracht genommen und der ganze Ertrag ihrer Leistungen nach dieser Richtung hin vorgezeigt wird. Die Agada, in welcher die alten Gesetzeslehrer ihre Moral und Lebensweisheit, ihre theologischen Prinzipien und philosophischen Anschauungen bald in scharf zugespitzten Sentenzen und gedankenreichen Betrachtungen, bald in Form von Schriftdeutungen, die mit sinnigen Gleichnissen und geschichtlichen oder sagenhaften Erzählungen ausgeschmückt werden, zum Ausdruck bringen, ist das Gebiet, auf welchem sie uns gewissermaßen menschlich näher treten, währenddem sie auf dem Felde der Halacha oder der speziellen Gesetzesforschung mehr in dem engeren Kreise der stets sich fortentwickelnden nationalen Tradition sich bewegen, die weder ein allgemeineres Interesse beanspruchen, noch überall verständnisvolle Würdigung finden kann. Wir sind dem Verfasser daher besonders dankbar, daß er zunächst die in allen Schriftwerken der altrabbinischen Litteratur zerstreuten agadischen Auslegungen und Lehrsprüche der Tanaiten mit so kundigem Blicke gesichtet und mit geschickter Hand zusammengetragen und aus diesein gründlich durchforschten, wol geordneten und trefflich bearbeiteten Material eine mit reichem Detail ausgestattete Charakteristick der Mischnalehrer und der von ihnen vertretenen Richtungen und Anschauungen entworfen hat. War es schon an und für sich nicht leicht, in vereinzelten Aeußerungen und Bemerkungen, die zwar in erdrückender Fülle vorhanden sind aber eben deshalb und weil sie aus den entlegensten Orten hervorgesucht werden müssen, fast unübersehbar sind, ein durchgehendes System zu erkennen oder sie wenigstens in den rechten Zusammenhang zu bringen, so war diese Arbeit hier um so schwieriger, als die schwankende Ueberlieferung der Texte die Beziehung und Autorschaft der einzelnen Aussprüche nicht immer mit Sicherheit erkennen läßt. Der Verfasser hat indes in richtigem Verständnis der Aufgabe, die er sich gestellt hat, die sorgfältige Prüfung der Einzelheiten sich ebenso angelegen sein lassen als die geschickte Gruppirung des Ganzen und so ist es denn seinem hingebenden, von der umfassendsten Fachkenntnis unterstützten Fleiße gelungen, ein Werk zu schaffen, das uns zuverlässige, erschöpfende und lichtvolle Belehrung über die ethischen und religionsphilosophischen Theorien der alten Mischnalehrer darbietet. Es wäre nur zu wünschen, daß es auch in den Kreisen seine Leser finde, in denen man aus den Pamphleten der Rohling, Justus u. s. w. seine Weisheit bezieht. _ Priester und Propheten, ihr Wirken und gegenseitiges Uerhältnis von vr. Joseph Mer. I. Teil. D. Levi's Verlag in Wien 1884. Verfasser beleuchtet mit tiefem Verständnis und in trefflicher Darstellung

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