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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-02-01 · Heft 2 (1.2.1885) · p. Seite 41

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 2 (1.2.1885)
Date
1885-02-01
Page
Seite 41 (sequence 17)
Language
German
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41 der Staatssprache handelt. Und auch in den 49,4 Prozent jener israelitischen Schulen, deren Unterrichtssprache nicht die ungarische ist. wurde die ungarische Sprache mit Erfolg unterrichtet, während von den an den 516 israelitischen Schulen angestellten 979 Lehrern 96 Prozent die ungarische Unterrichtssprache vollkommen handhabten, ein Prozentsatz, der beispielsweise bei den Römisch- Katholiken 90 und bei den Protestanten 71 Prozent beträgt. Die Alliance isravlite universelle begeht Sonntag den 1. März am Purimfeste das Jubiläum ihres 25 jährigen Bestandes. Am 30. Juni 1884 betrug die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder 29,657, die an jährlichen gezeichneten Beiträgen 236,464 Frcs. zahlten. Die Alliance unterhält allein im Orient und Palästina 32 Knabenschulen in 24 Städten, ferner 19 Mädchenschulen in 13 Städten, endlich 16 Handwerkerschulen. Die Alliance verausgabt für die Erhaltung dieser Schulen 519,666 Frcs. Der jüngst verstorbene Juvelier f. M. Rothschild in Paris hat zur Erweiterung der Bibliothek der Alliance 50,000 Frcs. hinterlassen. — Herr forotj, Subdirektor der Pariser Sternwarte, hat ein neues astronomisches Instrument erfunden, durch welches man den Sternenhimmel besser wie bisher soll beobachten können. — In der vom Ministerium niedergesetzten Kommission zur Berathung des neuen Unterrichtsprogrammes präsidieren auch zwei Juden Eugen Manuel und B- Leoy. Ersterer war auch Mitkandidat mit dem Neffen des berühmten Komponisten Halevy, der der Zahl der 40 Unsterblichen der Akademie Fran?aise eingereiht wurde. — Der Vater des Mitredakteurs der „Archives Jsraelites" Herr Warcus Pragne, der nebst seinem Dienst als „Oberschammes" . der Pariser jüdischen Gemeinde auch Almosenier vieler reicher Häuser war, ist gestorben. Er war die lebendige Chronik der Gemeinde, in der er vom Beginn des ersten Kaiserreiches bis auf die jetzige Zeit, wo die Gemeinde.von einigen Hundert auf 30,000 Seelen angewachsen ist, lebte' — Aus Paris berichtet man uns ferner: Am 20.,Dezember, beim Ausgange des zweiten Sabbat-Chanukka hatte die Soci^td des Etudes Juives ihre Generalversammlung. Nach einer Ansprache, in welcher der Präsident, Herr Äos. Derenbourg," Mitglied des Institut äs Fraise, die allgemeine Lage auseinandersetzte, und nach dem Bericht des Kassierers, Herrn Erlanger, über die erfreulicher Weise recht günstigen finanziellen Verhältnisse des Vereins, gab der Sekretär, Herr Advokat Theodor Keinach, den wissenschaftlichen Bericht über die Arbeiten der Revue. Er5 teilte dieselben in zwei Kategorien und besprach demnach zuerst die auf das Talmudstudium bezüglichen Aufsätze, dann diejenigen, welche die jüdische Geschichte, von den Uranfängen bis auf die Jetztzeit, behandeln. Es gewährte ein um so größeres Vergnügen, den Redner (von dem jüngst eine Geschichte der Israeliten in 1 Bd. im Verlage von Hachette erschienen ist) über diese ihm so vertrauten Gegenstände sich verbreiten zu hören, als aus jedem seiner Worte die tief wurzelnde Liebe zum Judentum herausklang und sein Vortrag ebensowohl durch Klarheit und Einfachheit, als durch Formvollendung und natürliche Eleganz uusgezeichnet war. Diesem Bericht folgte eine mehr als einstündige Vorlesung des Herrn Oberrabiners Zadoc Kahn über das Leben und die Werke des Maimonides. Der Vortragende rechtfertigte die Wahl seines Gegenstandes damit, daß man sich schon im Mittelalter im Süden Frankreichs eifrig mit den Lehren dieses philosophischen Theologen beschäftigt habe, und daß neuerdings das Hauptwerk desselben, der Norsb Nebuchim, weiteren Kreisen Frankreichs durch die treffliche Übersetzung Salomo Munk's zugänglich gemacht wurde. Der bescheidene Redner unterließ es, daran zu erinnern, daß er selbst schon im Jahre 4

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