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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-01-01 · Heft 1 (1.1.1885) · p. Seite 17

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 1 (1.1.1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 der verehrte Redner seinen höchst beifällig aufgenommenen Vortrag. — Herr Dr. Kahmer in Magdeburg weist Herrn Dr. Lehmann in Main; neun Lügen in einem seiner Artikel im Israelit nach und fügt hinzu, so viel leistet selbst ein protestantischer Hofprediger nicht! darin ist ihm der orthodoxe Rabbi doch „über." Uns nimmt das gar nicht Wunder, bei einer Richtung, die dem Judentume mehr schadet als der Antisemitismus, und die aus Lüge und Heuchelei entstanden, auch nur in Lug und Trug wirken kann. — Am Abend des 3. Juni fand in Leipzig eine Versammlung der Freunde der Mission unter Leitung von Graf Ditzthum- Eckstädt aus Dresden statt. Kirchenrat Delitzsch betont, wie unpopulär das Wort Judenmission sei, die Mission soll nicht proselytenmacherisch sein, sie soll wirken durch die innere Ueberzeugungskraft. Der Redner wünscht, daß die Instituts Pflanzschulen liebreichen überzeugensmächtigen Religionsgespräches zwischen Christen und Juden werden möchten. Der Vorsitzende der Institut« nennt sie Pflegstätten hebräischer Wissenschaft und Volkskunde. — In Eukirch begaben sich die Missionäre Rosenstrauch und Heffter am Laubhüttenfeste in die Synagoge und erklärten ddr versammelten Gemeinde die jüdischen Feste. Die Versammlung soll mit Spannung zugehört haben. Wann werden endlich die Juden in Deutschland dafür sorgen, daß ihre Glaubensgenossen auf dem Lande nicht geistig verkümmern und jüdische Wanderprediger ihren Durst nach dem Gottesworte stillen? Hier hätte der D. I. Gemeindebund ein weites Feld auch für geistige Wirksamkeit. Auf Veranlassung des D. I. Gemeindebundes wird am 29. und 30. Dezember in Berlin eine Versammlung jüdischer Schulmänner und Direktoren jüd. Lehrerseminarien zur Beratung der Normalpläne für den Religionsunterricht tagen. — In Frankfurt a. M. wurden durch einen Gerichtsvollzieher 800 Stück neue jüdische Gebetbücher versteigert. Ob dies wohl auch unter den Ausspizien orthodoxer Autoritäten geschah? Auch die Bibliothek des Rabbiners Dr. Käscher wurde in Berlin auf dieselbe Weise feil geboten. — Das Stammhaus der Familie o. Rothschild in der Frankfurter Judengasse soll mit aller Vorsicht abgebrochen werden. Es wird beabsichtigt, das Haus unter möglichster Benutzung desselben Materials auf einem anderen Platze in Frankfurt a. M. neu erstehen zu lassen. — In Main; wurden alte jüdische Grabschriften aufgefunden. — Am 2. November wurde in Frankfurt a. M. die israelitische Suppenanstalt wieder eröffnet. — Aus Gelnhausen berichtet man vom 18. November von dem Begräbnisse der bei dem Hanauer Eisenbahn-Unfalle ums Leben gekommenen Frl. Keyine Kosenthal und Herrn des Kathan Goldschmidt, welcher den letzten Feldzug 1870/71 im 88. Infanterie-Regiment, 3, Kompagnie mitgemacht hat. — Durch den Tot verlor der Mrndelssohn-Uerein im abgelaufenen Jahre 1884 die Mitglieder M. Morel, Kiktor Haymann und den Königl. Würtemb. Vice-Konsul Zakob Anselm Leopold Goldschmidt. Der Verein wird diesen Heimgegangenen Mitgliedern stets ein ehrendes Andenken bewahren! — In der Zeitschrift „Saat und Hoffnung" von Prof. Kran; Delitzsch (XXI. Jahrgang, Heft 4) hefindet sich ein Aufsatz: Die Juden in dem Kaiserdrama aus der Zeit Barbarossa's von G. v. S;e;epanski. Das behandelte Drama stammt aus der Zeit der Kreuzzüge und wird das Judentum in demselben einigermaßen anerkannt. Äoh. Äannsen nennt dieses Drama „eines der reichsten und großartigsten der ganzen mittelalterlichen Dramatik." Kanonikus Petz berichtet von dessen Aufführung zu Kanten in den Jahren 1473 und 1481. — Im „Dilireh Emeth" (1884, S. 173—186) ist die Vorrede des Senators Dr. Äoh. Friedrich v. Mayer in Frankfurt a. M. über Moses Mendelssohn abgedruckt, die derselbe im Jahre 1818 bei Herausgabe der Schrift Hamans 2

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