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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-12-01 · Heft 12 (1.12.1884) · p. Seite 279

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 12 (1.12.1884)
Date
1884-12-01
Page
Seite 279 (sequence 13)
Language
German
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279 berger und Dr. U. Rosenberg, datirt Gießen, 7. Oktober, und gerichtet an einige Vorstände von israelitischen Religionsgemeinden mit der Aufforderung für freisinnige Kandidaten zu stimmen und zu wirken, die unrichtige Schlußfolgerung, „daß die jüdischen Religionsgenossen sich als politische Partei fühlen und geberden". Es war allerdings auch von den Herrn in Gießen nicht richtig, in einer politischen Angelegenheit sich an Religionsgemeinde, als solche zu wenden. — Laut einer Verordnung des Ministers des Innern und des Kultus dürfen Ausländer fortan als Kultusbeamte nicht ohne vorherige Zustimmung des Ministers des Innern angestellt werden. — In Köslin wurden am 21. Oktober die Ruhestörer, welche die im Synagogenbrandprozesse freigesprochenen Juden überfallen haben, durch die Geschworenen verurteilt und zwar erhielten die Hauptschuldigen PahwaN» und Kaah ersterer 2 und letzterer 3 Jahre Gefängnis wegen schweren Landfriedensbruches. — Das Pflegamt des israelitischen Gemeinde-Hospitals zu Frankfurt a.W. versendet den dritten Bericht über seine Wirksamkeit, welcher sich auf die Jahre 1881/82—1883/84 erstreckt. Die Anforderungen, die an die Anstalt gestellt werden, mehren sich von Tag zu Tag und sie bedarf deshalb der Unterstützung. Für eine Bettstiftung ist der Betrag von 5000 Gulden auf 5000 Mark reduziert' worden, wodurch es Vielen ermöglicht wird, ein gutes Werk zu stiften. Auch wurde in dem Hospital ein Mädchen als Krankenpflegerin ausgebildet. Als Mitvorsteher in die Verwaltung ist Herr Uathan Loewenick eingetreten. Die Einnahmen beliefen sich im Jahre 1881—82 auf 49,184 M. 20 Pf., 1882—83 auf 52,513 M. 16 Pf. und 1883-84 auf 48,603 M. 24 Pf., wodurch die gleichen Ausgaben in den einzelnen Jahren gedeckt wurden. — Das neueste Heft des „Jahrbuches für die amtliche Statistik des preußischen Staates" enthält eine auf 45 Semester sich erstreckende vergleichende Darstellung des Religionsbekenntnisses der Schüler höherer Lehranstalten. Im Wintersemester 1881—82 gehörten von 148446 Schülern 14,916 der jüdischen Konfession an. Die Statistische Korrespondenz bemerkt dazu: „Dürfte man die mitgeteilten Prozentsätze für die Beteiligung der einzelnen Bekenntnisse, wie ein hervorragender Moralstatistiker will, als Ausdruck des Bildungstriebes der Religionsgemeinschaften betrachten, so würde den Juden der höchste Bildungstrieb innewohnen, denn sie beteiligen sich achtmal stärker am höheren Unterrichte als nach ihrem Anteile an der Bevölkerung zu erwarten wäre." — In Berlin haben die Antisemiteil ein Verzeichnis ihrer Anhänger veröffentlicht, um zu wissen, mit wem sie Geschäfte machen können. — Am 10. August 1884, dem 90. Geburtstag des Dr. L. Zunz ist der „Mekize- Nirdaniim-Nerrin" von Neuem ins Leben getreten. Die Publikationen, die durch das Erlöschen des Vereins eine Unterbrechung erfahren haben, werden zum Abschlüsse geführt werden und wichtige Werke nach Handschriften in Petersburg, Rom, Oxford, Reggio, Parma sollen zur Veröffentlichung gelangen. Möge dem Vereine die nötige Unterstützung und Teilnahme werden. — Ans dem Nachlasse Zalomon Plelsners werden demnächst vorerst 5 Lieferungen Predigten über die fünf Bücher Moses als erste Serie seiner nachgelassenen Schriften erscheinen. — Von der Zeitschrift des „deutschen palästina-Pereins" ist das dritte Heft des siebenten Bandes erschienen. Neben dem Rechenschaftsbericht über das Vereinsjahr 1883 und Mitteilungen über das deutsche Palästina-Museum enthält dasselbe Beiträge zur Palästinakunde aus arabischen Quellen von A. Gildemeistrr und eine Arbeit über Heilbäder und Badeleben von H. Aechent in Frankfurt a. M. Der Verfasser ergeht sich in dieser verdienstlichen Arbeit über die Bäder von Tiberias, Gadara und KallirrhoL. Ergänzend möchten wir Hinweisen auf die

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