Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1884)
- Date
- 1884-10-01
- Page
- Seite 241 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 241 — zur Verbreitung der Bildung unter den Juden in Rußland hat die „Wanderungen tut Kaukasus und in den Provinzen jenseits desselben" nach dein zu Odessa am 15. April verstorbenen I. Tsorni mit einem Vorworte von Dr. ijnrltnui veröffentlicht. — Dr. M. Poppelauer's Berliner Volkskalender für Israeliten auf das Jahr 5645 (1885) mit literarischen Notizen und einem Gedenkblatte versehen, ist erschienen. In demselben finden sich auch Todestage von Männern verzeichnet, die durch Wissenschaft und Stellung hervorragend waren. — Auch das „Arch. isr.“ hat ein Jahrbuch erscheinen lassen, das viele statistische Daten enthält. — Im Verlage von Z. G. Heller in Zchenhausen ist ein hebräisch-deutscher Wochenkalender erschienen zu dem Preise von 50 Pf. — Anerkennend hervorzuheben ist das Vorgehen der Pester israelitischen Religionsgemeinde, welche 500 Gulden als Preis aussetzte, für ein Lehrbuch des jüdischen Religionsunterrichtes für Gyinnasien und Realschulen. Möchten doch auch jüdische Gemeinden in Deutschland es einzusehen beginnen, daß man endlich auch nach dieser Seite thätig sein muß und sich Budapest zum Beispiel nehmen. Es muß endlich in dem Budget einer jeden jüdischen Gemeinde die Literatur einen Posten bilden! — Die Biblische Geschichte von Dr. E. Hoff, Rabbiner in proßnih ist unter dem Titel Historia biblijua ins Polnische übersetzt von Hl. Atermann erschienen. Ein Beweis für die Gediegenheit des sonst auch sehr anerkannten Schulbuches. — Eine Beschreibung der arabischen Handschriften des Escnrial hat Herr Hartwig Derenbourg veröffentlicht. Air 700 Manuskripte finden darin Besprechung und Beleuchtung. — Herr Dr. K H Margulieg hat Saadia's arabische Psalmenübersetzung nach einer Münch'ner Handschrift heranszugeben begonnen. — Bei Kabbinowih it Werber in London erscheint ein Blatt im jüdisch-deutschen Jargon. Es soll den eingewanderten Polen ein Wegweiser für London feilt und sie zum Handwerk anregen. — In der jüngst ausgegebenen Nummer 7 n. 8 der Monatsschrift „Dibre Emeth“ von Jde le Roi findet sich eine Biographie des Convertiten G M. von Maiirr, geb. 1799, gestorben 1862 in Tübingen, auch auf Grund von Mitteilung seines nahen Verwandten Oberlehrer A. Elsnffrr in Lanpheini, die manches Interessante enthält, so z. B. daß König Friedrich von Würtemberg im Jahre 1806 den Rabbi Elsässer bei der israelitischen Gemeinde in Frendenthal und Hochberg, dem er zufällig bei einer Ausfahrt in dieser Gegend mit Gebetinantel und Phylakterien versehen, fremdartig klingende Worte vor sich hinsprechend, begegnete und kennen lernte, nach einer stattgehabten Unterredung mit ihm sein Gehalt von 175 Gulden durch Königl. Dekret auf 800 Gulden erhöhte und ihn zugleich zum Würtemberg'schen Landcsrabbiner ernannte. 200 Gulden leistete hiezu die Staatskasse, der Rabbinatsbezirk 800 Gulden und Stuttgart 800 Gulden. — Zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Sir Moses Montefiores ist bei Charles Kraus in Wien (Kopernikusgasse 12) dessen Bild nebst faksimilierter Unterschrift erschienen, umrahmt von grünem Gezweige, in lvelches die Namen Jerusalem, Damaskus, Konstantinopel/ Marokko, Rom und St. Petersburg schön verschlungen sind. — Erschienen ist ferner unter dem Titel „Die Jakobs - Leiter" oder Glaube und Hoffnung eine Rede des Gymnasiasten Mar Burbaum in Wien, die er anläßlich seiner Bar-Mizwah am 8. Dezember 1883 gehalten. Möge diese geistige Erstlingsfrucht, an die die Kritik kein Recht hat, für die Zukunft Manches erwarten lassen. Der Herausgeber dieser Rede, der Vater, Herr Leop. Buxbaum, giebt in einem kurzen hebräischen Anhänge eine Probe von seinen herauszugebenden Schriften. Charakteristisch scheint ihm in der Genesis an dem Patriarchen Abraham der Baum, an Isaak der Brunnen und an Jakob der Stein. — Der Inspektor des Jakob-