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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-10-01 · Heft 10 (1.10.1884) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 10 (1.10.1884)
Date
1884-10-01
Page
Seite 234 (sequence 16)
Language
German
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234 Gelehrten einliefeii, sowie die persönlichen Begrüßungen durch die verschiedenen Deputationen in Berlin unter Führung von Rabb. Dr. Krankl, Docent Dr. Müller, Prof. La-arus u. A. zeigten uns Zunz als einen Fürsten des Geistes, dem seine Getreuen freiwillig die verdiente Huldigung zu Füßen legten. Von dauernder Bedeutung zur Erinnerung an diesen schönen Tag bleibt die vom D. I. Gemeinde- Bunde ins Leben gerufene Zimx-Ktiftuiig, aus deren Ertrage Gelehrte ohne Unterschied der Konfession, die sich um die jüdische Wissenschaft verdient gemacht haben, ausgezeichnet werden sollen, und die überreichte Jubelschrist mit einer Vorrede von Dr. Meumaml und deutschen Beiträgen von Dr. Klein schneider, Dr. Kosin» Marco Mortara, Dr. fl. Müll, Dr. Güdemann, Dr. D. Cassel, und hebräischen von Dr. A. Zellinek, Baron D. de Günchurg Zchorr, Prof. Kaufmann, Prof. Derenburg, Dr. Vgers, Dr. Krankl. Die Arbeiten von Dr. Brüll „Über Begriff und Ursprung der Tvsefta" (19 S.) und von Prof. I. Derenburg „die Uebersetzungen des Mischnah-Kommentars des Maimonides,, (17 S.) liegen uns als Separatabdrücke vor. Auch ist ein Sammelband wertvoller Abhandlungen Berliner Gelehrten aller Konfessionen erschienen nebst einzelnen Widmungschriften. Im „Akademischen Verein für jüdische Geschichte und Literatur" in Berlin hielt Herr Docent Dr. David Cassel die Festrede zur Zunz-Feier, in welcher er die Charakterfestigkeit und den rastlosen Eifer hervorhob, mit welchem Zunz, unbeirrt durch äußere Einflüsse, Zeit seines Lebens seinem hohen Ziele zustrebte und unter unsäglichen Mühen und Entbehrungen eine Riesenarbeit vollbrachte, an deren Bewältigung früher niemand gedacht hat, trotzdem er dabei vom jüdischen Publikum im Stiche gelassen wurde. Auch im Verein „Schomer Israel" in Lemberg hielt aus demselben Anlasse Herr Rabbiner Dr. Kodak eine Festrede in welcher er Zunz mit Rabban Jochanan ben Sakkai, der „Leuchte Israels", verglich, da auch er eine mächtige „Säule" des Judentums geworden, ein „gewaltiger Hammer", der viele Formen zerschlug, um den schlichten und doch unvergänglich schönen Kern dem entzückten Auge zu zeigen, ein „Haprmer", zermalmend Lug und Trug, Vorurteil und Bosheit, wuchtig niederfallend auf alles Unächte und Schlechte. Es liegen uns viele allgemeine Blätter vor, die auf die Bedeutung des Jubilars ihre Leser hinwiesen, auch mit beigegebenem Bilde. Besonders hervorheben möchten wir den auch als Sonderabdruck aus der „Illinois Staats-Zeitung" uns zugegangenen Aufsatz von 8. Kelsenthal in Chicago. In demselben heißt es: „Roch lange nicht gebührend genug wird des Meisters wiederholtes und wiederholtes Verlangen nach gleichberechtigter Anerkennuilg der Wissenschaft des Judentums mit anderen Wissenszweigen beachtet und beherzigt, und noch immer bleibt viel zu thun übrig für die volle Erlösung dieser Wissenschaft aus der partikularistischen Enge, in die sie durch die Ungunst der Zeiten hineingebannt wurde, und in der sie durch nichtjüdisches Miswollen einerseits und durch jiidischeu Unverstand andererseits festgehalten wird. Dagegen war Zunz immer der gewiß berechtigten Ansicht, daß in einer Zeit, in der man Sanskrit und Keilschriften und Hieroglyphen, ja selbst die Literaturen der unbedeutendten untergegangenen Völker mit Liebe und ohne Vorurteile studirt, auch die Wissenchaft des Judentums Anspruch auf Beachtung erheben dürfe, und daß die Juden elber nicht mehr länger die Mauern ihrer geistigen Ghetti begehen lassen,nochweniger. daß sie solche neu aufrichten sollten." In dem im Börsen-Eourier vom 10. August erschienenen „Hier und dort" überschriebenen Aufsatze ist ein Artikel unsrer Monatsblütter von D. Selver, in einer Art benutzt worden, daß es sich mindestens geziemt hätte, hier und dort auf die

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