Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1884)
- Date
- 1884-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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PopuM - MMiMlmfllickq jwr Aeteyruilg ü6er Das OuDentum für Gebildete aller Konfessionen. Megan des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von vi Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. Jnsertionspreis pro gespaltene Zeile 40 Pf. Alleinige Jnseratenannahme: Annoncen-Expedition H aasen st ein L Vogler. -l. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. September 1884. Nummer 0. Die ethische Tendenz in der biblischen Schöpfungsgeschichte. Bevor wir das ethische Moment in der bibl. Schöpfungsgeschichte klarlegen, müssen wir, zu ihrer richtigen Würdigung und Beurteilung, folgenden Gesichtspunkt festhalten. Die Weltschöpfungstheorie der heil. Schrift hat keinen kosmologischen Zweck; d. h. die Thora wollte keine auf wissenschaftlichen Forschungen beruhende Kosmologie darstellen, die sich mit den vor Millionen von Jahren erfolgten siderischen und tellurischen Formationen des Universums beschäftigt, sondern sie beabsichtigte — wenn ich mich bildlich so ausdrücken darf — mit nur wenigen, aber mächtigen Gedankenquadern ein festes Fundament zu legen, auf welchem sie den religiös-moralischen Bau ihrer reinen Theologie kühn und sicher begründen konnte. Und wahrlich dies vermochte sie nicht besser und nicht fasslicher für den naiven Volksgeist, an den sich die Thora vor Allem wendet, zu vollführen, als indem sie in kurzen, klaren und populär-verständigen Worten auf das religiös-ethische Ziel hinstenert, Israel zum Bewußtsein zu bringen, daß es einen einzigen, allgewaltigen, über dem Naturleben stehenden Schöpfer giebt, der Himmel und Erde und deren Wesenfülle geschaffen, und der mit seiner Allgüte — was eben Hauptzweck der bibl. Schöpfungsurkunde ist, wie wir den Nachweis führen werden — die Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt zum „Guten", zu ihrem Heile und Segen eingerichtet hat. Ohne diese physischtheologische Grundlage müßte das religiös-moralische Gebäude, welches die Thora zu errichten beabsichtigte, gleichsam in der Luft schweben; und es frägt sich daher durchaus nicht, ob die mosaische Schöpfungsurkunde mit den modernen Theorieen