Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1884)
- Date
- 1884-08-01
- Page
- Seite 186 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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„Gemeinnütziges" Mitteilungen über den D. I. Gemeindebund und die Alliance Israelite Universelle. — In der Hchtlklnstche» Bnchhaiidluiiy (I. A. Elvers) in Coethrn ist erschienen: Drei Mahnworte an unsere Großen mit einem Schlußworte: „Auf zur That" von Dr. M. Dcstaner, Herzog!. Landrabbiner in Meiningen. Diese Brochüre enthält manche beherzigenswerte Winke und quillt aus einer begeisterten Stimmung. Mögen diese Mahnworte weite Verbreitung finden und besonders bei unseren sogenannten „Großen" nicht leer verhallen. — In Budapest ist erschienen: „Aus der Zeit, Tagesfragen und Tagesbegebenheiten, besprochen von Dr. Ad. JellineK." Wir werden bei dem Aufschlagen dieser höchst geistvollen sieben Essays, welche früher in der „Neuzeit" erschienen, angenehm überrascht durch das wohlgelungene sprechende Bild des Autors. Beherzigenswert scheint uns ganz besonders folgender Satz, der hervorgehoben zu werden verdient, aus dem Aufsatze das Judentum den Juden, das Christentum den Christen S. 52, 53: „Fahrlässigkeit, Schlaffheit, Gleichgiltigkeit, nicht selten auch eine witzelnde Frivolität in allen religiösen Angelegenheiten griffen immer mehr um sich und diejenigen, welche noch Jahre vorher für Reform, Veredlung, Fortschritt, Läuterung und Sublimirung auf dem Gebiete des Judentums oder für die Erforschung und Darstellung unserer literarischen Besitztümer mit feurigem jüdischen Pathos einstanden, erkalteten allmälig und zogen sich von jeder öffentlichen Teilnahme zurück." -- Von uuserm gesch. Mitarbeiter Herrn Oskar Waldeik erscheint in Wien am 1. u. 15. eines jeden Monats eine Zeitschrift unter dem Titel: „Kritik und Reform, Organ des modernen Judentums." Es freut uns von Herzen, daß es sich in Oesterreich tüchtig reformistisch zu regen beginnt und daß man daselbst ebenso wie man für die volle Freiheit unserer Glaubensgenossen in edler und lauterer Weise durch das freie Wort, durch die Macht innerer Ueberzeugung mit voller Kraft eintritt, andererseits auch unumwunden und ohne Rücksicht die krankhaften Zustände im Schoße des jüdischen Gemeindelebens in ihrer wahren Gestalt zu zeigen bestrebt ist um gesunde lebensfähige Zustände herbeizuführen. Die nene Wiener Zeitschrift will nichts von jener jetzt allgemein beliebten Vertuschungsmethode wissen, welche mit Recht ein Produkt der Ghettofurcht genannt wird. — In Kommission bei Mayer & Müller in Berlin ist erschienen: Vorläufiger Bericht über die am 4. und 5. Juni 1884 in Berlin stattgefundene Versammlung deutscher Rabbiner, herausgegeben vom Präsidium der Rabbiner-Versammlung. (35 S.) Wir nehmen davon auch nur vorläufig Notiz, da wir erst nach Veröffentlichung der Protokolle über die Versammlung ausführlich zu sein gedenken. — Der ehemalige Direktor des Wiener Hofburgtheaters Herr Dr. Heinrich Laube hat eine neue Novelle unter dem Titel „Rüben" vollendet. In derselben behandelt er die Judenfrage an einer Liebesgeschichte, die sich zwischen einem Juden und einer Christin abwickelt. Er gelangt zu dem gar eigentümlichen Resultate, das eher verwirrend als klärend, wirken kann: „Achte den anständigen Inden nicht geringe, weil er kein Christ ist, aber ebensowenig sollst du den unanständigen Juden hochachten, weil er ein Jude ist". — Im Belgischen „Sonntagsblatte" schreibt ein französischer christlicher Gelehrter einen Artikel über den jüdischen Stamm, in welchem es heißt: die jüdische Rasse ist unstreitig eine der schönsten, stärksten und begabtesten. Die jüdische Rasse steht durch ihre Natur wie durch ihre Eigenschaften an der Spitze der weißen Rassen, sowohl physisch wie moralisch. Wir sagen es ganz offen und wir fühlen uns glücklich, diesen Mitgliedern der großen Menschenfamilie, denen wir unsere Bruderhand reichen, den geweihten Tribut der Wahrheit zu zollen,