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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-08-01 · Heft 8 (1.8.1884) · p. Seite 184

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 8 (1.8.1884)
Date
1884-08-01
Page
Seite 184 (sequence 14)
Language
German
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— 184 — Rechnung mit der Vergangenheit und Zukunft abgeschlossen. Er ruht in Frieden. Bekannt ist der Ausspruch eines großen Dichters: „Was Menschen Übles thnn, das überlebt sie; das Gute wird mit ihnen oft begraben." Was wir angesichts der Bestattung des Kommerzienrates B. Holländer gesehen haben, widerlegt oder modifizirt den erwähnten Ausspruch in erhebenster Weise und zur Ehre der menschlichen Natur dürfen wir sagen, daß in den allermeisten Fällen wol auch das Gute, das ein Mensch auf Erden gethan, ihn zu überleben vermag. Denn wer den Besten seiner Zeit genug gethan, der hat gelebt für alle Zeiten. Berlin im Juni 1884. J. ll. Kfironik der Tagesereignisse im Judentums auf sozialem und literarischem Oeviete. Herr Dr. Killer, Rabbiner in Pre»si»u wurde als Rabbiner nach Kotterdam berufen, welche Stelle fast zwei Jahrzehnte unbesetzt war. — In Btrahburg wurde der Privatdozent Dr. Landauer zum Bibliothekar an der kaiserlichen Universitäts- und Landesbibliothek und an der Berliner Universität die Herren Dr. Zll;rr und Löw zu außerordentlichen Professoren ernannt. — Der jüdische Banquier Kitter Moses v. Waldberg in Bukarest, bekannt durch seine Schrift gegen Pineles, wurde von dem österreichischen Kaiser in den Freiherrnstand erhoben. — In Berlin verstarb am 1. Juni der um die jüdische Literatur verdiente Gelehrte 8. Zomber, geboren 1821 in Last. — Am 3. Juni fand, wie uns aus Wie» berichtet wird, daselbst das Leichenbegängnis des in Baden verstorbenen A. M. Poilak Killer von Kudin unter zahlreicher Beteiligung statt, dessen irdische Reste in der Familiengruft auf der isr. Abteilung des Zentralfriedhofes beigesetzt wurden. Der Verstorbene hat eine Anstalt „Kudolphinum" gegründet, um armen Technikern Obdach, Verpflegung und Unterstützung zu Studienzwecken zu gewähren. Prediger Dr. Iellinek widmete dem Dahingeschiedenen einen warmen Nachruf. — In Charlottenburg starb am 10. Juni Herr Rabbiner De. Hirschfeld aus Gleiwih nach kurzem Leiden, woselbst er seit dem 29. Mai seinen ständigen Wohnsitz genommen. Er hat die jüdische Literatur durch viele wertvolle Arbeiten bereichert. Wir erwähnen hier nur den von ihm herausgegebenen talmudischen Traktat „Maccoth" (Berlin 1842), „der Geist der talmudischen Auslegung der Bibel" (Berlin 1840), seine „Untersuchungen über die Religion" (Breslau 1856), und sein Werk „Ueber die Lehre von der Untersterblichkeit der Seele bei den verschiedenen Völkern" (Gleiwitz 1868). Hirschfeld stammt aus Nrombcrg. Seine Antrittsrede als Rabbiner „Friede in Israel" ist im Jahre 1841 erschienen. Möge ihm nun nach vielen Kämpfen, die er in Israel gefunden, ungetrübter Friede sein! — Am 9. Juni starb unser geschätzter Freund und Mitarbeiter (Jhrg. l, S. 198) Herr De. Bernhard Lehmann, geb. zu Irankfurt a. M. am 21. August 1820. Nach absolvierten Studien kehrte er im Jahre 1841 nach seiner Vaterstadt zurück, woselbst er bis zum Jahre 1883 als Lehrer an der israelitischen Realschule thätig war. Lehmann arbeitete nebstdem fortwährend mit Eifer und Erfolg wissenschaftlich, besonders auf dem Gebiete der spanischen Sprache und Literatur und

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