Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1884)
- Date
- 1884-05-01
- Page
- Seite 112 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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7 <*- w ■: *»<<£!,' — 112 — von Joseph Jakobs. Es werden darin in alphabetischer Reihe nicht nur Schriften, sondern auch Artikel ans Zeitungen erwähnt. Das erste Verzeichnis, mit dem der Buchstabe B noch nicht zu Ende geführt ist, enthüllt 115 Nummern und zwar 48 anti- und 64 prosemitische Schriften und 3 missionarischen Charakters. — Von L. Landshut in Berlin ist ein Werk, Biographieeu der Rabbiner dieser Stadt von 1671—1800 in hebräischer Sprache enthaltend', erschienen. — Im V. Bande der Geschichte der neueren Philosophie von Kuno Fischer ist das 6. und 7. Kapitel von S. 172—197 dem Lebenches jüdischen Philosophen Salomon Maimon gewidmet.— Von der Revue des Etudes juives ist ein neuer Band erschienen. Nach einer daselbst vorhandenen wissenschaftlichen Ausführung über eine in Smyrna aufgefundene griechische Inschrift ist der Aufenthalt von Juden daselbst in den ersten drei Jahrhunderten nachgewiesen. — In Jerusalem erscheint als Beilage zum „Ohabaseleth" eine Zeitschrift unter dem Titel „Mebasseret Zion“, die hauptsächlich über die in Palästina in jüngster Zeit gegründeten Kolonieen berichten will. Auch enthält dieselbe sonstige interessante Mitteilungen über Land und Leben daselbst. Die neu gegründeten Kolonieen in Palästina, Rischon le Zion und Pesach Tikwah, nahe bei Jaffa, Rosch Pina bei Safet und Samarin bei Haifa, von eingeborenen Juden mit unzureichenden Mitteln in's Leben gerufen und neuerdings in die Hände einiger der reichsten Juden Europa's übergegangen, welche sie durch Agenten verwalten lassen, befinden sich nicht in erfreulichem Zustande, sowohl materiell wie geistig. — In Bombay und Calcutta erscheinen vier Zeitschriften in arabisch-jüdischer Sprache. — In Rom wurde vor der Porta Maggiore ein alter jüdischer Begräbnisplatz aufgefundeu. — Im Bezug auf Lord Byrons Hebrew-Melodies berichtet ein englisches Blatt, daß der Dichter mit einem jüdischen Künstler Namens Isaak Nathan in freundschaftlicher Verbindung stand, der zu den Melodies die Musik schrieb. Walter Scott soll die Hebrew-Melodies unter Musikbegleitung singen gehört haben. — Am 22. Febr. , hielt Herr Dr. Prager aus Hannover in Hamburg einen Vortrag über Prosely- ' tismus im Judentum und am 9. März sprach Herr Landrabbiner Dr. Glück in Oldenburg im dortigen Beamtenvereine über Arbeit und Arbeiter im Altertume. — Von Dr. Ad. Jellinek ist erschienen „Rede am Sarge des Hern Moises Hirsche!" gehalten am 6. Februar 1884 und Herr Rabbiner Dr. N. Brüll hat auf Wunsch der Hinterbliebenen Familie die Rede, gehalten am Sarge des verewigten Herrn Nathan Strohmberg, drucken lassen. — Dr. Aaron Bernstein's naturwissenschaftliche Volksbücher sind unter dem Titel „Jedioth ha Teba“ in Warschau von David Frischmann erschienen. — In Paris sollte an der Universität über Maimonides gelesen werden, der Unterrichtsminister wollte darauf nicht eingehen. Das „Journal de Debats“ ergriff für Maimonides gegen den Minister das Wort. — In der Ungarischen Akademie der Wissenschaften tadelt Dr. Panier die Juden, daß sie ihre Wissenschaft nicht stützen und fördern und wahrscheinlich damit im Zusammenhänge hat in einer Generalversammlung der israelitischen Gemeinde in Budapest der Vorsitzende, Herr Moritz Wahrmann, als eine der Hauptaufgaben der Kultusgemeinden die Uuterstütznng der wissenschaftlichen und literarischen Wirksamkeit der Juden bezeichnet. Möchten doch die Vorstände diese bedeutsamen Worte beherzigen! In Deutschland ist in den Großgemeinden bei den Vorständen die Wichtigkeit der jüdischen Wissenschaft noch nicht erkannt und geschieht bei verschwenderischen Ausgaben für minder wichtige Angelegenheiten, nichts, gar nichts für die Wissenschaft des Judentums. — Das unter dem Präsidium des Herzogs von Sutherland stehende Komite zur Erbauung eines