Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1884)
- Date
- 1884-04-01
- Page
- Seite 96 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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96 in der Ausübung ihres Wirkens behindert ist. In Berlin, wo 60000 jüdische Seelen leben, zählt die Allianz nur 600 Mitglieder. Die Allianz erhält neben der Ackerbanschule in Jaffa und einigen Handwerkerschulen noch iin Oriente 50 Lehranstalten mit 8000 Schülern. Auch christliche und muhamedanische Kinder besuchen diese Institute. Gewiß wird die Schrift des Dr. Neumann dazu beitragen, die Zwecke der Allianz in nichtjüdischen Kreisen, in welchen alle mögliche Fabeln iiber dieselbe im Schwünge sind, in ihr rechtes Licht zu setzen. — Von Herrn I),-. Blumenstein ist im Verlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. ein Schriftchen erschienen: „Die verschiedenen Eidesarten nach mosaisch-talmudischein Rechte und die Fälle ihrer Anwendung. Ein Beitrag zur älteren Rechtsgeschichte nach den Originalquellen bearbeitet," in welcher nach einer Darlegung und Auffassung des Eides in der heiligen Schrift, der biblische, mischnische und rabbinische Eid und ihre verschiedene Anwendung sachgemäß und klar behandelt wird. — Die Schrift „Zur Geschichte der Blutbeschuldigung gegen die Juden im Mittelalter und in der Neuzeit 1171—1883. Nach den Quellen dargestellt von Dr. M. H. Friedländer ist in dritter Auflage (die erste war ein Abdruck aus unseren Monatsblättern, Jahrg. III) in Brünn bei B. Epstein erschienen. — Bei I. Gorzelanczyk & Co. 1884, Berlin, ist erschienen: Beitrüge zur Geographie und Ethnographie Babyloniens im Talmud und Midrasch von Dr. A. Berliner. Das rabbinische Schrifttum wird hier in seiner Bedeutung als Quelle für Altertumskunde benutzt. Der Verfasser hat recht lehrreiche Notizen über Ortschaften, Flüsse und Kanäle in Babylonien gesammelt und verarbeitet. Durch den genauen Hinweis auf die Primärquellen und auf Facharbeiten wird sich diese Studie Berliners als ein orientierendes Nachschlagebuch bewähren. — Bei M. Driesner in Berlin ist unter dem Titel „Es werde Licht" eine Denkpredigt zur Charakteristik Eduard Laskers von Dr. Ludwig Stein erschienen, die von demselben in Bremen und Berlin gehalten wurde. Diese Rede, die demnächst in dritter Auflage erscheinen soll und deren Ertrag der israel. Taubstummen-Anstalt gewidmet ist, enthält eine treffliche und schwungvoll mit Liebe entworfene Charakteristik Laskers als Mensch und Israelit, anknüpfend an das Bibelwort „Es werde Licht". Auch erfahren wir aus der Rede einiges über Laskers Vater und über seine durch Sanftmut und unbezwinglichen Wahrheits- und Rechtlichkeitstrieb ausgezeichnete Mutter. Ueber Laskers Stellung zum Judentume, schreibt uns unser Referent mit Bezug auf die erschieuene Rede, sind wir überhaupt anderer Meinung wie Herr Dr. Ludwig ©teilt und der Satz „daß Generäle vom gewöhnlichen Soldatendienste befreit sind" ist hier in seiner bildlichen Anwendung nicht am Platze. Es giebt nur eine jüdische Lehre für alle ihre Bekenner. Und Generäle wird man doch nicht Parlamentarier nennen wollen, die zufällig Juden sind! Des Judentums Führer sind und bleiben in erster Reihe seine durch Gelehrsamkeit, Wirksamkeit und Charakterfestigkeit ausgezeichneten Theologen. Inhalt: Die drei Frühlingslichter des Pesachfestes. — Aus der Vergangenheit für die Gegenwart. Bon Dr. Dessauer, Landrabb. in Meiningen — Das babylonische Exil und das Jahrhundert nach demselben mit besonderer Berücksichtigung aufdie religiöse Entwicklung des Judentums. Bon Dr. Adolf Rosenzweig, Rabb. in Teplitz. (Fortsetzung.) — Die Emanzipation der Juden in Frankreich. Referat über einen Vortrag des Herrn Prof. Breßlau. Von D. Selber. — Chronik der Tagesereignisse im Judentnnie auf sozialem und literarischem Gebiete. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Aufsarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämmtlich in Frankfurt am Main.