Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1884)
- Date
- 1884-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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DopuM -tDiüseitschafttidi? zur Belehrung fißer das Judentum für Gebildete «ller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von Dr. Adolf Brül l. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 4. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. April 1884. Nummer 4. Me drei Krühttngskichler des Wesachfestes. Wenn wir für alle die großen, bedeutungsvollen, wirkungsreichen Ereignisse, die in der Geschichte Israels in alter und neuer Zeit sich vollzogen haben, eine besondere Gedenkfeier einsetzen wollten, wahrlich! die Tage des Jahres würden hierzu nicht ausreichen und es könnte kein Tag an uns vorübergehen, der nicht zum Freudenfeste sich uns gestaltete oder, was noch viel häufiger der Fall wäre, von uns als ein Trauertag begangen werden müßte, denn aus Licht und Schatten ist unsere Geschichte gewoben, aus Freude und Trauer die Erinnerung zusammengesetzt, die wir als ein Erbe der Vergangenheit in unserm Geiste bewahren. Erst kam die Not, dann die Hilfe, erst die Gefahr, dann die Errettung, erst der Druck, dann die Erlösung, erst die Knechtschaft und dann die Freiheit. In diesen Gegensätzen bewegt sich das Dasein Israels seit dem Beginne seines Bestandes, in ihnen kennzeichnet sich der gleichmäßige, stets von Neuem sich wiederholende Gang der Begebenheiten, die bei einem Rückblicke in die Tage der Vergangenheit sich uns vor Augen stellen. Es ist ein stetes, lebendiges, ruheloses Wogen in dem Strome der Geschichte Israels, der durch alle Zeiten und Länder sich ergießt; bald heben sich seine Wellen, emporgetrieben von dem Sturme, der sie aufwühlt und fortreißt, bald glättet sich die erregte Flut und in das spiegelklare Gewässer taucht die Sonne ihre strahlenden Gluten, malt der Himmel sein goldenes Licht hinein. Bald fließt dieser Strom sanft und ruhig dahin, durch schattige Thäler, durch grünende Fluren, nicht gehemmt und aufgehalten in seinem Laufe; bald verengen sich seine Ufer und er muß über wildes Gestein dahinstürzen, Felsen zerspalten und Berge durchbrechen, uni sich den Weg zum Ausgange« zu bahnen. Es ist, auf welchen Zeitraum unserer Vergangenheit wir den betrach-