Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-03-01 · Heft 3 (1.3.1884) · p. Seite 72

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 3 (1.3.1884)
Date
1884-03-01
Page
Seite 72 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969712-2969716--1003-2971445
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

72 jüdisch-teologischen Lehranstalten und Seminarieu bestens empfohlen. — Ueber Baden und Bäder bei den Hebräern, Griechen und Römern hat Herr Oberrabbiner Dr. Sam. Spitzer in Esseg eine hygienische Skizze veröffentlicht, die als sehr lehrreich bezeichnet werden kann. Der Verfasser hat den weit auseinander liegenden Stoff znsainmengetragen und klar wissenschaftlich behandelt. Möge dem verdienstvollen Herausgeber dieser wertvollen Schrift bald ein Verleger werden für sein drnckfertiges an 15 Bogen umfassendes Werk „Der Brief bei den Hebräern, Griechen und Römern".— Der ans dem Gebiete der jüdischen Geschichtsforschung rühmlichst bekannte Herr Prof. Dr. Herzfeld hat ein Buch unter dem Titel „Einblickein das Sprachliche der semitischen Urzeit betreffend die Entstehungsgeschichte der neuesten hebräischen Wortstämme (Hannover, Hahn'sche Buchhandlung 1883) herausgegeben. Der Verfasser sucht die Mehrzahl der hebräischen Wörter auf alte einfache Ürstänime zurückzuführen. Historiker, gewöhnt sich in Hypothesen zu bewegen, pflegen es als Exegeten und Sprachforscher oft an der nötigen Akribie fehlen zu lassen. Indes enthält das Buch, das etwas Notizenhaftes an sich trägt, viel des Anregenden. Es werden dann über 2000 Wortstämme behandelt. Mag auch Manches in diesem Werke, wie der Verfasser selbst zugibt, unhaltbar sein, Manches strenger zu formulieren und zu modifizieren sein, so wird dieses Buch doch zu weitereu nützliche» Forschungen auf diesem Gebiete anzuregen im Stande sein. Bezeichnend für unsere Zeit ist, daß ein Herr E. N. anläßlich einer Besprechung dieses Werkes im Literarischen Centralblatte Nr. 3,1884, sich wie folgt anslüßt: „Referent könnte hiermit schließen, wenn dieses Buch nur für sich stünde und nicht Symptom einer allgemeinen Erscheinung wäre, nämlich einerseits jener weit verbreiteten semitischen Unverfrorenheit, die sich nicht scheut, das elendeste Zeug großartig auf den Büchermarkt zu werfen und jener ebenso weit verbreiteten Nachgiebigkeit von Seiten unserer Universitäten anderseits, die durch Verleihung des Doktortitels an so manchen von Osten kommenden jüdischen Jüngling sich für derartige Dinge mit verantwortlich machen und an dieser semitischen Selbstüberhebung zun« großen Teile mit schuld ist." Herzfelds literarischer Ruhm wird durch Herrn E. N. nicht im mindesten getrübt werden und kann Herr E. N. bei Herrn Prof. Herzfeld, um hebräisch zu lernen, noch in die Schule gehen. Wunder nehmen können uns solche Erfcheinnngeu nicht, muß doch der alte Stammvater Abraham von Prof. v. Treitschke eine Rüge im Bezug auf seinen Charakter hinnehmen und sich den schmutzigsten alten Juden nennen lassen, der je gelebt hat. Doch hier haben wir nicht einzntreten. Das Christentum hat bereits von diesem neuesten Faktum ans der Berliner Universität Notiz genommen, da ihm Abraham mit seinen Fehlern ebenso heilig ist, wie uns. Inhalt: Ein Wort znr Zeit. Bon Dr. Dessauer, Landrabbiner in Meiningen — Der Saragossa-Purim in Jerusalem. — Bon der Elementar-Schule und dem Erziehungswesen des Altertums. Vortrag von Dr. I. S. Bloch, Bezirksrabbiner und Reichsrats- Abgeordneter. (Schluß.) — Die ethische Tendenz im geschichtlichen und gesetzlichen Teile der Bibel. Bon Dr. A. Rosenberg, Rabbiner in Kaposvä-r. — Das babylonische Exil und das Jahrhundert nach demselben mit besonderer Berücksichtigung auf die .religiöse Entwicklung des Judentums. Von Dr. Adolf Rosenzweig, Rabb. in Teplitz. (Fortsetzung.) — Chronik der Tagesereignisse im Judentume auf sozialem und literarischem Gebiete. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Ausfarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämmtlich in Frankfurt am Main.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.