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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-02-01 · Heft 2 (1.2.1884) · p. Seite 48

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 2 (1.2.1884)
Date
1884-02-01
Page
Seite 48 (sequence 24)
Language
German
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48 Sprachen und bereit Verhältnis zu einander gewidmet und das demnach auch geeignet ist, über die semitischen Dialekte viel Licht zu verbreiten. Wer über den Ursprung der Sprachen forscht, muß auch über den Ursprung der Sprache überhaupt Nachdenken und eine bestimmte Anschauung haben. Die Dichtung und Mythe führt bekanntlich die Sprache auf eine Offenbarung Gottes zurück, Andere halten sie als ein Produkt menschlicher Willkür und spontaner Verabredung. Nach Prof. Lazarus ist sie das Produkt der Reflexbewegungen, die auf den Geist einwirken, und z. B. so, daß die anfangs unwillkürlich gewesene Reflexbewegung der Sprachwerkzeuge sich in eine von der Absicht hervorgerufene Bewegung verwandelt und Wörter aus der Schallnachahmung entstanden sind. Wie Kamory über diese Frage denkt, ist nicht klar zu ersehen; denn er begnügt sich in dieser Hinsicht mit dem Satze: „Der Mensch, mit dem Sprachorganismus ausgerüstet, wie er jetzt ist, besitzt die Fähigkeit, sich selbst eine Sprache zu bilden, dies beweist die fortschreitende Entwicklung und die häufige Umgestaltung der Sprachen. Dasselbe bezeugt iu der Bibel die Jahveurkunde Gen. 2, 19, 20." Hingegen bestrebt er sich durch tiefes Nachdenken und viele ausgebreitete Beweise darzuthun, daß die arischen, semitischen und altaisch-turanischen Sprachgruppen vollkommen verwandt und Töchter einer Mutter, der Ursprache sind, und hält es darum für wahrscheinlich, daß sämmtliche Sprachen des Erdbodens verwandt und identisch sind. Er untersucht Wurzel und Stamm, die er von einander unterscheidet, faßt ihre Bedeutungen in's Auge, betrachtet die Wörter, die durch Veränderung, Versetzung und Erweiterung der Laute uud Buchstaben diefer Wurzeln und Stämme entstehen können, und ebenso den ganzen Begriffskreis, dessen Mittelpunkt das betreffende Stammwort ist, und findet so z. B., daß schon der Stamm „kar" und „gar" in den semitischen und arischen Sprachen 5030 Wörter giebt, die verwandt sind. Mit dem Lexikon dieser imposanten Wörterzahl wird bereits iin ersten Hefte der Anfang gemacht, um in den folgenden Heften als Anhang seine Fortsetzung zu finden Daß man bei solchen Forschungen das Eine oder das Andere zu weitgehend und zu fantastisch nennen kann, äst natürlich, doch sind die..Enthüllungen des Herrn Prof K-'unory, wie z. B. über die hebräischen Worte „Äin“ Auge und „Rosch“ Kopf, nicht nur neu, sondern auch wichtig und werden von Philologen und Orientalisten gerne gelesen werden, weshalb es dem Verfasser durch raschen Absatz gegönnt sein möge, alsbald die übrigen Hefte erscheinen zu lassen. Preßburg. Dr. David. Herr F. Z. in W. Auf ihre Anfrage, eine Frankfurt a. M. überschriebene Korrespondenz in Nr. 49 Jahrgang 1889 der „Neuzeit" betreffend, bemerke ich Ihnen, daß ich in der „Chronik der Tagesereignisse" in dieser Nummer davon Notiz genommen habe mit Hinweglassung Ihrer gerechten Auslassungen über Zustände bei Ihnen. Uebrigens haben Sie darin recht, daß es besser wäre vor eigener Thüre zu kehren, als reaktionären jüdischen Bestrebungen nach auswärts Vorschub 51t leisten. Inhalt: Das Neujahr der Bäume. — Von der Elementar-Schule und dem Erziehungswesen des Altertums. Bortrag von Dr. I. S. Bloch, Bezirksrabbiner und Reichsrats- Abgeordneter. (Fortsetzung.) — Das babylonische Exil und das Jahrhundert nach demselben mit besonderer Berücksichtigung ans die religiöse Entwicklung des Judentums. Von Dr. Adolf Rosenzweig, Rabb. in Teplitz. (Fortsetzung.) — Erinnerung an Philipp Jaffö. — Chronik der Tagesereignisse im Judentume auf sozialem und literarischem Gebiete. — Referat. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Äuffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämmtlich in Frankfurt am Main.

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