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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-01-01 · Heft 1 (1.1.1884) · p. Seite 10

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 1 (1.1.1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 derung: „Großes hat Jahve an diesen gethan!" (Ps. 126, 2.) Und wie zur Zeit, da Israel aus der Knechtschaft Egyptens zur Freiheit zog, dem Zuge sich eine große Anzahl der Landbewohner angeschlossen hatte, also geschah es auch jetzt: „Die Fülle der Heiden kehrte bei Israel ein, Kinder der Fremden wollten die Mauern Jerusalems aufbauen und Könige hiebei Dienste leisten." (Jes. 60, 5, 10). Der Prophetismus hatte seine größten Triumphe gefeiert, nahe war nach der Anschauung der Gola die Zeit der allgemeinen Lichterfüllung; denn „nicht soll hinfort sprechen der Sohn des Fremden, der sich Jahve angeschlossen: mich hat I. von seinem Volke abgesondert"! „Jeglichen, der den Sabbath beobachtet, ihn nicht zu entweihen und festhält an meinen! Bündnisse — ich bringe sie hin zu meinem heiligen Berge und erfreue sie in ineinein Bethause. Ihre Brand- und Schlachtopfer sind zuin Wolgefallen auf meinem Altäre; denn mein Haus soll ein Bethaus genannt werden für alle Völker"! (Jes. 56, 3, 6, 7.) Eine bedeutsame Bewegung, der wir später näher treten wollen, fand wol in der heidnischen, wie auch in der jüdischen Welt statt; denn der Prophet verläßt den positiven Boden, auf dein sich das Judentum erhob, vor seinem Blicke fallen die Schranken, die die Kinder Ahrons von der übrigen Gemeinde sonderten — wir dürfen es nämlich nie vergessen, daß den prophetischen Anschauungen, waren sie auch noch so sehr von Idealen getragen, nie der reale Boden des Volkslebens, in dem sie wurzelten und für das sie wirkten, fehlte. — Der Stamnl Levi, dessen Geschichte in deni Mittelpunkte der altisraelitischen Volksentwicklung steht, verliert merkwürdigerweise seine ursprüngliche Bedeutung; denn, „auch von ihnen (den Heiden) nehme ich mir Priester und Leviten, spricht Jahve." (Jes. 66, 21.) Endlich war nach langen Vorbereitungen die Zeit zum Aufbrechen herangerückt. Beladen mit Geschenken, die des Königs und seiner Völker Wolwollen bekundeten, setzte sich der Zug in Bewegung. Der Uinstand, daß die Erlaubnis des Königs, die Rückkehr nach der Heimat' antreten zu dürfen, lange auf sich warten ließ, dämpfte wol nicht wenig die ursprüngliche Begeisterung im Herzen Vieler, die früher sehnsüchtig den suchenden Blick nach Kanaans Fluren gesandt; bei Einzelnen hatte sich die Sehnsucht im langen Harren bereits gänzlich verzehrt; bei andern hatte der Wolstand eine Gleichgiiltigkeit gegen die alten Volksgüter erzeugt, und viele mögen durch religiöses Denken, namentlich aber durch Worte, wie die des „großen Unbekannten": „Der Himmel ist inein Thron und die Erde meiner Füße Schemel; wo ist ein Haus, das ihr. mir erbauen wollet, wo eine Stätte für meine Ruhe?" (Jes. 60, 17) zu der Überzeugung gelangt sein, daß Gott, nicht an den Raum gebunden, auch in Babel mit ihnen sei. So kani es, daß nur an 40,000, zumeist Angehörige der eheinaligen Stäinme Juda und Benjamin, unter denen sich an 1000 Priester und merkwürdig genug! nur an 140 Leviten - eine Erscheinung, die wir später zu erklären versuchen werden — befanden, nach 50 jährigem Exil Babel verließen, um nach Judäa zu ziehen. An der Spitze der Expedition stand Scheschbazar *), warscheinlich ein *) Gewöhnlich wird Scheschbazar als der chaldäische Name Serubabels angesehen (vgl. Ewald, Gesch. IV. S. 114, A. 3: s. Hitzig zu Hag I. l, der diese Annahme etwas bedenklicher findet); allein mit Unrecht, da es unerklärlich bleibt, warum der Chronist, der der Verfasser dieser Partie des Esrabuches ist, diesen unbekannten, zu Zweifeln Veranlassung gebenden Namen gebraucht, ohne auf die Identität beider, wie solches ähnlichen Falles Esth. 2, 7; 3, 7; Dan. 1, 7 geschieht, hinzuweisen. Auch ist auffallend, daß dem Namen Serubabel. der zuerst Esra 2, 2 genannt wird, daselbst nicht, wie nach unserer Stelle und der üblichen Auffassung zu erwarten

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