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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1884-01-01 · Heft 1 (1.1.1884) · p. Seite 2

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 1 (1.1.1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Weltreichs zu erdulden gehabt, waren von der Absicht geleitet gewesen, die Entwicklung seines Volktums zu hemmen, seine weltliche Macht einzuschränken und fortzuschaffen und es unter das Joch fremder Botmäßigkeit zu beugen; ja selbst Hamans Plan einer gänzlichen Ausrottung der Juden, der ihnen nicht einmal den Ausweg der Abschwörung des heimischen Glaubens offen ließ, konnte verhältnismäßig die Folgen nicht nach sich ziehen, die Antiochus mit der Vollstreckung seiner Maßregeln herbeizuführen suchte. Haman nahm die rohe Gewalt zu Hilfe, er wollte das jüdische Volk vernichten und es ist gar nicht so sicher, daß er es verhindert hätte, wenn dann die Lehre Israels das Erbe der übrigen Menschheit geworden wäre. Antiochus machte sich zum Anwalt der heidnischen Weltanschauung, machte die jüdische Religion zur Zielscheibe seiner Umsturzgelüste. An alle Völker seines Reiches ließ er den Befehl ergehen, daß sie seinen Götzen Altäre bauen, das Judentum sollte ausgerottet, von dem Heidentum für immer verdrängt und überwunden, die Lehre des einen Gottes gänzlich aus der Welt hinweggeschafft werden und Israel, das lebendige Gottesvolk, sollte sein eigener Todengräber werden, es laut verkünden und offenbaren, daß es mit dem Gotte seiner Väter nichts mehr gemein hat und der heilige Bund gelöst ist, der in der Innigkeit des Glaubens und der Liebe zu dem Ewigen mit seinem Gotte vereint. Das war fürwahr ein Kampf gegen den G e i st, der in Israel lebte, ein Ansturm gegen das Heiligtum seiner Lehre, es war ein Krieg des thörichten Menschenwahnes gegen das ewig Wahre und Göttliche, für das in jenen Zeiten nur in Israel allein das rechte Verständnis und die volle Empfänglichkeit vorhanden war. Es ist daher auch ganz begreiflich, daß gerade die Tage, an denen damals in dem Tempel zu Jerusalem die Altäre des einen Gottes wieder aufgerichtet wurden, die Lichter aus reinem Oele in dem Heiligtums Zions wieder erstrahlten und die Lobgesänge zum Preise des Herrn wieder aus aller Munde ertönten, zum ewigen Andenken für uns eingesetzt worden sind. Israels Freiheitskampf war zwar noch lange nicht zu Ende, es standen noch schwere Gefahren bevor, der grimmige Feind vermehrte jetzt seine Anstrengungen, verdoppelte jetzt seine Streitkräfte, warf sich mit seiner ganzen wuchtigen Macht auf die Schaar der Getreuen, durch deren unauslöschliche Hingebung und unbezwingbaren Heldenmut dem sieggewohnten Widersacher ein solcher Erfolg abgerungen worden war, aber für Israel schien damit, daß in das Heiligtum des Ewigen die alte Weihe eingezogen war, alles erreicht zu sein, denn seinem Gotte gehörte es wieder an, seine Lehre konnte es frei bekennen, sein Geistesleben war gerettet, seine Glaubenstreue hatte sich glänzend erprobt und das war sein Sieg und sein Ruhm. Hoffend konnte es jetzt in die Zukunft hinausschreiten, triumphierend es der Welt verkünden, daß alle Menschenmacht es nicht vermag, den Thron der ewigen Wahrheit und Gerechtigkeit zu stlirzen und, wo in den Geistern das Heiligtum Gottes aufgebaut ist, der Sturm, mit dem der Ungeist der Lüge und der modernen Gewalt es umtobt, es nicht zu zerstören vermögen. So ist es denn ein Sieg der Wahrheit und des innigen Glaubens, ein Sieg der edlen Herzenstreue und der lebendigen Gottesfurcht, den Israel an seinen Chanukatagen feiert. Sie lehren., uns, daß Israel unüberwindlich ist, wenn es die Waffen des Geistes anlegt, mit dem Schilde des Rechtes sich rüstet und das Licht der Wahrheit nicht untergehen läßt, das auch durch Nacht und Finsternis ihm den Weg zum Heile bahnt. Und wer wollte behaupten, daß diese Belehrung heutzutage für uns zwecklos, unbrauchbar wäre, daß wir einer solchen Mahnung nicht mehr bedürften,

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