Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1883)
- Date
- 1883-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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PoMS« -MMimlmMckq Olt nisjt* l litte tv jur Ketehrnng ü6eu bas Iubentum für Gebildete aller Confefsionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von vr. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen dllrch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 3. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. November 1883. Nummer 11. Das letzte und das erste Wort der Wora. Die Freudenfeier, die wir in diesen Tagen begehen und mit der die Reihe der vielen Festgottesdieuste, die wir in diesem letzten Monate des Sommerhalbjahres abgehalten haben, schließen und enden soll, sie führt uns wie der Neujahrstag, mit dem sie eröffnet wurde, wieder einen größeren Zeitraum unserer Vergangenheit vor Augen, lenkt mehr als manches andere Fest unsere Betrachtung auf das kostbarste und erhabenste Geistesgut Israels hin, — sie gilt der Thora, jenem unerschöpflichen Quell der Weisheit und der Gotteslehre, aus dem wir stets neue Erleuchtung und Erquickung schöpfen, dem alten Buche Israels, darin wir lesen und wieder lesen, ohne jemals seinen Inhalt bis in alle seine Tiefen nach allen seinen Richtungen hin erfassen zu können, darin, wenn wir einmal damit fertig geworden und zu Ende gekommen, wir wieder von Neuem anfangen können, ohne daß wir da nur immer auf die alte Erkenntnis und längstbekannte Wahrheit stoßen. Wir lesen nur von Neuem in der alten Gottesschrift, wir legen das Buch, dessen letzten Seiten heute vor uns anfgeschlagen sind, darum noch nicht weg. Kaum daß in Israel das Endwort der Thora, das mit unserem Namen uns anruft und an unsere große Sendung uns erinnert, verklungen ist, rollen wir wieder das erste Kapitel auf und beginnen bei „Bereschith,“ bei | dem Satze, der zu dein Anfang aller Dinge uns hinführt, den Ausblick auf das große Weltganze uns eröffnet. „Bereschith“ und „Israel," Welt und Israel, Menschheit und Judentum, das sind gleichsam die beiden Grundpfeiler, auf denen das Gebäude unserer Weltanschauung, wie wir sie aus der Thora empfangen, ruhen und feststehen soll, oder wie es unsere alten Weisen in schlichter und klarer