Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1883)
- Date
- 1883-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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faplitti - röstnsduiftliche o tt ri tsä t» l H t i c jur lleteyrung ü6ex das Judentum für Gebildete aller Confessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von vi. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen dlirch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 3. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. October 1883. Nummer 10. Israels Sieg. Eine Neujahrsbetrachtung. Wiederum tönen die Weckrufe eines neuen Jahres uns zu und was sie uns diesmal zu bedeuten haben, die ernsten Klänge, die von dem ewig heiligen Gottesworte widerhallen, wem braucht es erst gesagt zu werden? Die Stimmen der Zeit, sie reden deutlich genug, eindringlicher als sonst, vernemlicher denn je. Und die sonst sich gegen sie taub gestellt und mit leichtem Herzen sie überhört oder überhaupt ihnen nie ein Ohr geöffnet haben, als wären alle die Mahnungen, die in ihnen uns zugerufen werden, nichts als leerer Schall, den man verrauschen läßt, und eitel Gelärme, auf das weiter nicht zu achten ist, auch sie werden nun erwacht sein und ernstlich aufhorchen, es nicht länger mehr verkennen, daß für Israel in der That eine neue Zeit im Anzuge ist, in der Vieles sich ändern wird, und daß es noch durchaus zweifelhaft sei, noch gar sehr in Frage stehe, ob es eine Wandlung zum Besseren sein werde, die wir da zu gewärtigen haben. Die sorgenlose Ruhe, mit der wir sonst den Augenblick zu ergreifen, die Gegenwart zu genießen gewohnt waren, ist dahin, die volle Befriedigung, die wir an den gesicherten Erfolgen, an den erfreulichen Errungenschaften unserer Vergangenheit empfinden durften, ist vielfach getrübt und erschüttert und frohe Erwartungen für die kommenden Tage zu Hegers wahrlich! dazu gehört unter den bestehenden Verhältnissen (wenn man sich noch anders nicht ganz dein thörichten Leichtsinne ausgeliefert hat) ein Mut, den man fast nur noch aus der Einbildung schöpfen kann, ja fast mit völliger Verlüugnung des klaren Verstandes erkaufen muß. Augenscheinlich bereitet sich eine Zukunft für uns vor, in ber wir