Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1883)
- Date
- 1883-08-01
- Page
- Seite 192 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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192 Magyid Le-Adam. Die Menschenlehre des Judentums, der Mensch, die Menschlichkeit und Menschheit. Zehn Reden, gehulten von vr. Adolf Kurrein, Rabbiner und Prediger der israelitischen Kultusgemeinde in Linz. Wien, 1882. Selbstverlag des Verfassers. (201 S.) Herr Dr. Kurrein, gegenwärtig Rabbinner in Bielitz, hat uns hier einzelne gediegene Reden aus seiner früheren Amtswirksamkeit vorgeführt, die sich durch Fülle des hiueingetragenen Stoffes, durch schöne und klare Behandlung desselben, wie durch eine konsequent lichtvolle Auffassung des Judentums auszeichnen und von selbst empfehlen, Oft glaubt man eine populäre religionsphilosophische Abhandlung vor sich zu haben, was der gelesenen Rede sehr zu statten kömmt, aber ein hörendes Publikum voraussetzt, das viel mitbringen muß, um mit Erfolg das Gehörte geistig zu verarbeiten und zu verwerten. Doch hat Redner es verstanden, durch Einfügung schwungvoller Stellen, die aus begeisterter Stimmung erwachsen, auch den Hörer für seine Thesen zu gewinnen. Schon die Überschriften der einzelnen Reden: Der Mensch ein Abbild Gottes, Ehe und menschliche Gesellschaft, Was ist des Menschen Segen und Paradies, Freier Wille und Gesetz, Unschuld, Schuld und Strafe, Selbsterkentttnis, Gotteserkenntnis und Gottesverehrung, Die Menschlichkeit, (zwei Pesach« predigten), Religion die Wurzel der Menschlichkeit, Die Menschheit, zeigen, daß sich Herr Dr. Kurrein die Humanität, die Krone und Frucht der Religion zur Besprechung ausgewählt und daß er diesen Stoff beherrscht, geht schon daraus hervor, daß er nicht ein Verkünder jener Pseudohumanitüt ist, die nicht in der Divinität ihren Grund hat, sondern daß er hier Wahres vom Falschen zu scheiden versteht. Wir führen hier seine eigenen Worte an: „Wer Gott nicht anerkennen will, weil er schon menschlich ist und dem Gottesgedanken nicht Raum in seinem Herzen, in feinem Geiste, in seinem Leben und in seiner Häuslichkeit gestatten will, der kommt endlich auch wie Pharao zur Erkenntnis: Wo nicht Gott und etwa Menschlichkeit und nichts als Menschlichkeit die ganze Religion bilden, da ist nicht Gewähr und Sicherheit, daß die Menschlichkeit nicht unter Umständen auch in Unmenschlichkeit, in Grausamkeit und Tyrannei ausarte — —. Menschlichkeit im Vereine mit Gottesverehrung ist Seele, Leben und Grundsäule der moralischen Welt." Wir sehen der Redner, erfüllt von dem echten Humanitätsgedanken, der aus Gott stammt und zu Gott führt, ist berufen, sich über diese wichtigste Frage der Religion auszusprechen. Was diese ausgezeichneten Reden noch besonders wertvoll macht, ist die Fülle midraschischer talmudischer Stellen auf die sie sich aufbauen. Möge der Verfasser uns weitere Reden aus dem Kreise seiner neuen Thätigkeit zuführen. Druck und Correktur müssen etwas sorgfältiger sein so z. B. S. 123 und die auf zwei nebeneinander liegenden Seiten vorkommende fehlerhafte Schreibart Schelach für Schetach. Inhalt: Die Volkssouverenität im Judentume. Von Dr. Ad Kurrein, Rabbiner in Bielitz. — Zur Geschichte der Blutbeschuldigungen gegen die Juden im Mittelalter und in der Neuzeit (l 171 - 18i2). Nach den Quellen dargestellt von Di . M. H. Friedländer, i Schlnß) - Grundgedanke der biblisch-talmudischen Ethik Von Oskar Waldeck. (Schluß.) — Eine Reminiscenz. — Referate. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L Brönner's Druckerei <F. W. Breidenstein), sämmtlich in Frankfurt am Main.