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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-06-01 · Heft 6 (1.6.1883) · p. Seite 143

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 6 (1.6.1883)
Date
1883-06-01
Page
Seite 143 (sequence 23)
Language
German
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143 Hoffnung auf messianische Zeiten findet der Jude, in den sinnigsten Parabeln und Mahnungen des neuen Testaments findet der Christ wol Anklänge an diese Religion der Zukunft, Beide werden aber — so sie nicht auf den: orthodoxen Standpunkt vergangener Jahrhunderte stehen — sich bescheiden müssen, daß die unendliche Fortentwicklung der Geschichte die geistische und die sittliche Bildung die Menschheit weit hinaus heben mußte, gehoben hat und noch mehr heben wird über die Uranfänge der Bildung, wie sie jene Religionen darstellen, daß wir die messianischen Hoffnungen nicht an einen Menschen knüpfen können — und stehe er noch so hoch, wirke er noch so mächtig, lehre er noch so viel, handle er noch so edel — sondern auf die, immer weitere Kreise umfassende und durchdringende Liebe, Gesittung und Wolfahrt. Hieran mahnt uns auch heute noch das herrliche Psalmenwort: Al tiwtechu bindiwim: ' Baut nicht auf Fürstengunst, Auf einen Menschensohn Deß Wort verweht wie Dunst Ist Leben ihm entflohn. Heil Dem, der treu und offen Auf Gott gestellt sein Hoffen! Und in diesem Sinne erscheinen die deutschen Juden nicht als abgeschlossene, sich abschließende Religionsgenossenschaft, stehen vielmehr heutzutage die vorgeschrittensten und besten ünter ihnen auf dem gleichen sittlichen, geistigen, religiösen Standpunkte mit den vorgeschrittensten und besten ihrer christlichen Mitbürger. (Schluß folgt.) Weferale und Mitteilungen. Assyrien und Babylonien von Fr. Kaulen. Herder'sche Verlagsbuchhandlung, Freiburg im Breisgau. (222 Seiten.) Der Verfasser dieser äußerst interessanten Schrift hat schon früher den Versuch gemacht die neuen, überraschenden Resultate im Bezug auf Assyrien und Babylonien, durch welche auf die Geschichte des Orientes neues Licht fällt, populär darzustellen und so den gebildeten Kreisen zugänglich zu machen. In vorliegendem Werke finden wir des Verfassers frühere Arbeit dem Fortschritt der Erkenntnis auf diesem Gebiete gemäß, erweitert und wird das Verständnis und die Klarheit in der Überschau des reichen Materiales noch durch Illustrationen, Karten, geographischen Abris und Literaturverzeichnis bedeutend gefördert. Mögen Freunde der Geschichte des Altertums und insbesondere der Bibel sich dieses Buch zur Orientierung anschaffen, denn der interessanten und lehrreichen Anziehungspunkte zwischen den neuen Entdeckungen und der heil. Schrift giebt es gar viele, die wie sie neues Licht empfängt, wiederum auf manche dunkle Punkte dieser jungen Wissenschaft dasselbe dankbar zurückstrahlt. Die meisten Bücher der heil. Schrift reflectieren Assyrisch-Babylonisches, sowol das erste Buch Mosis mit seinen alten mythologisch durchsetzten Erinnerungen, wie die Bücher der Geschichtschreiber, die Sprüche der Weisen, die Lieder der Dichter und die Reden der Propheten. Auch das dunkle Buch Hiob, über dessen Ursprung und Heimat noch

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