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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-05-01 · Heft 5 (1.5.1883) · p. Seite 120

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 5 (1.5.1883)
Date
1883-05-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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— 120 fortschrittlichen Richtung angehören, sich nicht verirren sollen. Man sollte in Frankfurt a. M., der Stadt, wo ein Heß, ein Stern, ein Jost, ein Creizenach, ein Geiger, so ruhmvoll gewirkt haben, offene Augen haben, denn solche Zustände schänden das Judentum und würdigen es herab. Wenn solches in Frankfurt a. M. möglich ist, was soll man in kleineren Dorfgemeinden thun? Wenn das Licht in den Leuchtthürmen erlischt, ist das Schiff des Judentums dem Spiele feindlicher Wogen preisgegeben. Es wäre endlich Zeit, daß man sich in Frankfurt a. M. aufraffe und in der jetzigen Zeit, wo es so sehr notthut, für das besser geläuterte Judentum wirke und schaffe, denn solche Zustände, wie sie jetzt daselbst zu herrschen scheinen, tragen wahrlich nicht dazu bei, den Ruhm dieser altehrwürdigen Gemeinde zu erhöhen. K-r. Wien. (Eine Stiftung für die Wissenschaft des Judentums.) Währenddem in allen großen Gemeinden Stiftungen zu wohlthätigen Zwecken vorhandeit sind, ist bis jetzt wenig geschehen, um die Wissenschaft des Judentums zu fördern und zu heben, es hat sich vielmehr darin eine nicht zu veranttvortende Lässigkeit gezeigt, die in dem Mangel an dein, was uns notthut, ihren Grund hat. Der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, die durch ihre reiche Wirksamkeit für das Judentum sich so rühmlich auszeichnet, gereicht es zur Ehre, daß ein treffliches Mitglied derselben eine Stiftung für die Wissenschaft des Judentums ins Leben gerufen hat, durch die das Andenken eines Verstorbenen gesegnet bleiben soll. Herr!)>-. Jakob Rappoport hat, um das Andenken seines Vaters, des Arztes und Dichters l)r. Moritz Rappoport. zu ehren, der Wiener israelitischen Gemeinde die Summe von 10,000 fl. ö. W. übergeben mit der Bestimmung, daß die Zinsen dieses Stiftungscapitales von drei zu drei Jahren zur Ausschreibung von Preisfragen, welche das Judentum betreffen, verwendet werden sollen. Möchten doch auch die begüterten Glaubensgenossen in Deutschland ihre zu jeder Zeit bewährte Freigiebigkeit, endlich auch einmal durch die Zeitereignisse geweckt, der jüdischen Wissenschaft zuwenden, bedenkend, daß es höchste Zeit ist, dieselbe zu fördern und zu stützen, denn wie zu allen Zeiten muß es auch jetzt unser Bestreben sein und bleiben, das Judentum auf seinen erhabenen Geist, auf seine ruhmvolle Geschichte zu stützen, und wahrlich die jüdische Wissenschaft wird in unserer Zeit einzig und allein das letzte Wort zu sprechen haben, weil sie allein nur im Stande ist, lügenhafte Angriffe abzuwehren und die Feinde des Judentums zum Schweigen zu bringen. Mit dem Wunsche, daß diese edle verständige That Nachahmung finde, schließen wir diese freudige Mitteilung. (Wien.) Der Herr Kaiserliche Rat Direktor Joel Deutsch, der verdiente Leiter des Wiener israelitischen Taub-Stummen-Institutes begierig am 20. März seinen siebenzigsten Geburtstag und wurden ihm aus diesem Anlässe von Nah und Fern verdiente Zeichen der Anerkennung zu Teil. Inhalt: Die Semitenfrage. Vortrag von K. Köhler in New-Uork. — Zum Pesachfeste. — Zur Geschichte der Blutbeschuldigungen gegen die Juden im Mittelalter und in der Neuzeit (1171—1842). Nach den Quellen dargestellt von Dr. M. Friedländer. (Fortsetzung.) — Referate. — Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Dr. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein) sämmtlich in Frankfurt am Main.

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