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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1883-03-01 · Heft 3 (1.3.1883) · p. Seite 59

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 3 (1.3.1883)
Date
1883-03-01
Page
Seite 59 (sequence 11)
Language
German
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59 trägt, mit seiner Zunge nie verleunidet, nie seinem Nächsten Böses thut, nicht Schande häuft auf seinen Nächsten; wer das Verächtliche verachtet und ehret die, die voll der Gottesfurcht; wer sich zum Nachteil schwört, >ver nicht sein Geld auf Zinsen gibt, der unbestechlich für die Unschuld kämpft, wer solches übt, der wankt auf ewig nicht " (Psalm 15.) VII. Das Gottesvertrauen. „Ich blicke nach dem Himmel hin nach jenen Bergen — Ach woher kommt mir Hilfe. Die Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde schuf. Der läßt nicht wanken deinen Fuß — dein Hüter schlummert nicht, nicht schlummert der Hüter Israels. Gott ist dein Hüter. Zur Rechten schützt dich Gott. Nicht neckt am Tage dich die Sonne, der Mond dich nicht bei Nacht. Vor allem Bösen schützt dich Gott, er schirniet deine Seele. Und gehen kannst du, du kannst kommen. Und jetzt und immer schützt dich Gott." «Psalm 121.1 Nicht steigt Gott zu dir nieder, um dich zu leiten, er gesellt sich nicht zu dir, um seine Wege dir zu zeigen. „Gott bildete den Menschen aus Staub und blies ihm ein den Lebenshauch und der Mensch ward ein beseeltes Tier." (1. M. 2, 7.) Dieser göttliche Teil in uns, der erst mit der Erziehung durch die Ausbildung der geistigen Anlagen erwacht, drängt sich inimer mehr ins Bewußtsein und wird zur leitenden Macht des Lebens. Der gehorchen wir, ihr fügt sich das Leben und alle Triebe unterordnen sich ihr. Das Wissen entfesselt und stärkt das geistige Leben, die Erkenntnis erzieht den göttlichen Teil in uns. Sinne also darin Tag und Nacht, dann wird es dir gelingen, dann wirst du glücklich sein." (Jos. 1, 8). Je niehr der Mensch im Geiste der Erkenntnis fortschreitet, je tiefer er eindringt in das Werk der Schöpfung, um so weiter entrückt sieht er sich von dem wahren Ziele der Erkenntnis, dem er sich wohl nähert, ohne daß er dasselbe zu erreichen hoffen kann. Wie unendlich weit hin zieht der Gedanke, wie unerforschlich der Entwurf, nach dem alles sich bewegt, alles lebt und sich zu behaupten trachtet. Da lernt er die Allmacht des Weltenschöpfers kennen, und weicht zurück vor der Erhabenheit des Gedankens, der das Ganze umschlingt. Da fühlt sich der Mensch so unendlich klein und doch so groß. Die unaufhörliche Sorgfalt und Liebe, mit der Gott des kleinsten Wesens gedenkt, erhebt das Herz und nährt das Vertrauen. „Da sendet er die Quellen in die Büche, die zwischen den Bergen sich hinwinden, damit sie das Wild des Feldes tränken und laben, die lächzenden Waldesel stillen ihren Durst. Aus seinen Söllern tränkt er die Berge und sättigt den festen Grund der Erde mit der Frucht seiner Schöpfung. Gras schießt auf für das Vieh und Saat durch des Menschen Arbeit, aus dem Erdenschoß Speise zu erziehen; Wein, der das Herz erfreut. Saftvoll stehen da die Bäume des Herrn, des Libanon Zedern, die er selbst gepflanzt, wo die Vögel nisten, die hohen Tannen, wo die Störche wohnen. Die steilen Zinken gehören den Gemsen, Felsenklüfte als Zuflucht den Kaninchen. Er schuf der Zeitrechnung den Mond, die Sonne, die den Kreislauf kennt. Die Finsternis kehrt ein und die Nacht ist da und das Gewild regt sich. Junge Löwen brüllen nach Raub, fordern ihre Speise vom Herrn. Strahlt die Sonne wieder und die Tierwelt der Nacht zieht sich zurück und lagert sich in Schlupfwinkeln. Indes ertvacht der Mensch und geht an das Tagewerk bis Abend. Wie mannigfach sind deine Werke o Gott, wie weise alles eingerichtet. Voll ist die Erde von deiner Schöpfung." (Psalm 104.) Nach einem solchen Blick in dieses wunderbare Spiel der Vorsehung füllt

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