Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 fordert, und aus den Schatzkammern unseres heimischen Schrifttums immer das Schönste und Trefflichste hervorgesucht, um es in sinniger Form und in anmutigem Gewände den Hörern und Lesern darzubieten. O, theuerer Lehrer, wir werden lesen und lesen in deinen Reden und Schriften und werden uns immer von Neuem aus ihnen belehren, an ihnen erbauen; späte Enkel werden noch bewundernd zu dem Meister emporblicken, der in den Herzen der Menschen, in dem Buche des Weltalls, in den Schriften der göttlichen Lehre so tief zu lesen verstanden, und werden dein gedenken in liebevollem Danke und inniger Verehrung. Die Harfe, der du den lieblichen Sang entlockt, ist zerbrochen, doch dein Lied klingt weiter! den Sarg des Verewigten werden wir nun in's Grab senken, doch nicht ein Sarg ist's, sondern eine heilige Lade, und der darin ruht ist ein Sefer Thora, ein lebendiges Buch der Lehre gewesen. Wir scheiden von Dir, theuerer Lehrer, doch du scheidest nicht von uns, deinen Staub geben wir der Erde zurück, aber du selbst wirst uns bleiben, dein Wirken gehört der Menschheit, dein Ruhm der Nachwelt, dein Name der Geschichte au. Dein Geist hat sich zu Gott erhoben, wir blicken zu dir empor, wir schauen dir nach, wir vergessen dein nie! Mitteilungen. (Wien.) Der Prediger der hiesigen israelischen Cultusgemeinde, Herr I)r. Adolf Jel linek, hat am 4. November 1882 einen Cyclus von Reden eröffnet, die unter dem Titel „Der Talmudjude", kurz nach dem sie gehalten werden, in der Buchhandlung von D. Löwy erscheinen. Es liegen uns bereits zwei Reden — erste Rede: Womit beginnt und womit schließt der Talmud?, zweite Rede: Die Lebensfülle des Talmud — geistvollen Inhalts und geschmackvoller Form vor. Dieselben zeichnen sich, wie man das an Jellinek gewohnt ist, durch kunstvollen rhetorischen Ausbau und Hervorhebung charakteristischer Momente, belebt durch anschauliche Bilder, aus. Die Laien, bie den Talmud überhaupt nicht kennen, werden durch die Lectüre dieser Reden die Überzeugung gewinnen, daß ihm denn doch manches Schone abznlernen ist. Indem wir uns Vorbehalten, auf den Inhalt dieser zeitgemäßen Reden in den Monatsblättern noch zurückznkomnien, wollen wir dieselben hiermit unfern Lesern auf's Angelegentlichste zur Anschaffung empfohlen haben, da der Talmud jetzt Gegenstand vielfacher Besprechung und Erörterung geworden. Inhalt: Presse und Judentum. Bortrag, gehalten am am 7. Decbr. 1882 im Mendelssohn- Verein in Frankfurt a. M. von I)r. A. Brüll — Ein Blatt der Geschichte. Bon M. St. in Berlin. — Der jüdische Religionsunterricht in den Dorfgem inden. Von Salomo» Levy in Frankfurt a. M. — Krakauer Briese. Bon Or. Duschak. — Über die Juden in Sibirien. — Grundgedanke der biblisch-talmudischen Ethik. Bon Oskar Waldeck. — Zur Erinnerung an den verewigten Rabb. I)r. Leopold Stein. Rede, gehalten von l)r. N, Brüll, Rabbiner der israelischen Gemeinde in Frankfurt a M. — Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: 1)r. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein) sümmtlich in Frankfurt am Main.