Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1882)
- Date
- 1882-06-01
- Page
- Seite 143 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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143 in diesen Worten noch ein tieferer Grnnd liegt, <s. Gerlach 3 M. 17, 11.) oder ob man annahm, der Gennß des Tierblntes errege die tierische Wildheit im Menschen, führe znr Bestialität im Leben, (Sefer Hachinuch.) oder ob das Blutverbot mit dem Götzendienst zusammenhängt, wie Maimonides, die größte Antorität ans dem Gebiete des jüdischen Ritnalgesetzes, annimmt, l Doktor Errant. III, 46.) eine Annahme, die anch Jakobus vorgeschwebt haben mag, als er den zum Christentum übertretenden Heiden neben dem Götzendienst den Blutgenuß'verboten wissen wollte (Apostelgeschichte 15, 20.), oder ob endlich Gesundheitsrücksichten dabei im Spiele waren, die allerdings allgemeine Beachtung verdienten, ist nicht leicht zu entscheiden. Jedenfalls dürfte der Zutritt fremder Stoffe aus dem Magen durch schnelles Verschließen des Schlundes leicht zurückgehalten werden können. Eine Widerlegung der Bauwerk'schen Schrift ist obbenannte Schrift von dem Rabbiner zu Kaiserslautern Herrn Dr. Landsberg. Es ist für jeden Fall beachtenswert, daß in einer Zeit, wo in vielen Menschenkreisen die reine Menschenliebe getrübt erscheint, die Liebe zu den Tieren so stark betont wird. Es wäre jetzt für Menschenschntz-Vereine ein weiter Gebiet eröffnet und könnten da gerade feinfühlige, zartsinnige und edeldenkende Menschen viel zu wirken im Stande sein. Literarische Mitteilungen. Von Di-. Bernhard Heßlein, als Verfasser der „Berliner Pickwickier" und vieler anderer novellistischer und publizistischer Erzeugnisse bekannt, -ist soeben das erste Heft des Philanthrop, Zeitschrift für die gesammten Bestrebungen auf idem charitativen Gebiete, erschienen. Monatlich tvird ein Heft erscheinen. Der Philanthrop ist das erste und einzige periodische Unternehmen, welches den charitativen Bestrebungen gewidmet ist. Erwähnt sei hier aus den unter „Gedenktafel des Jahres 1881" gemachten Mitteilungen daß Herr Rentier Simon Koppel, Vater des in Berlin in Folge eines Sturzes vom Pferde verstorbenen Banquiers Karl Koppel, dem Magistrate von Berlin 100,000 Mark überwiesen hat, von welcher Summe die Zinsen am Geburtstage des Stifters an Bedürftige ohne Rücksicht auf Confession verteilt werden soll. In Hannover hat Herr Kaufmann Daniel Heine mann ein Kapital von 90,OM Mark zur Gründung eines Waisenhauses für Mädchen bestimmt. Der Kaufmann Mannheimer in Berlin hat gelegentlich der Feier feiner silbernen Hochzeit der Alterversorgungs-Anstalt eine Schenkung von IM,OM Mark überwiesen. Seit Januar 1882 erscheint zu Jerusalem unter Redaction des jüdischen Schriftstellers A. M. Luncz jeden Freitag eine Wochenschrift, betitelt „Gazette de Jerusalem, Jerusalemer Anzeiger" in deutscher Sprache, in welcher auch dem vielsprachigen und verschiedenglüubigen Publikum durch allerlei Mitteilungen Rechnung getragen werden soll. Wir wünschen dem zeitgemäßen Unternehmen den besten Erfolg. Aus der letzten Nummer ersehen wir daß zwei Delegirte der Israeliten aus Kremenzig und Kiev in Jerusalem angelangt sind, um Palästina zu reevgnoscireu. In benannten zwei Städten haben sich nämlich Vereine ge-