Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1882)
- Date
- 1882-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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faptär - wMrMlmMclitz Mott ntsttlHitcr zur Zeteyrnng u6er Judentum für Gebildete aller Consessionen. Grgan des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von v I Adolf Brüll. Abvnnenlentspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 2. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. April 1882. Nummer -1. Wacht in de. Wacht. Nach einer Rede von Rabbiner Dr. Brüll In den Vorschriften über die Feier des Pesach-Festes, des Geburtsfestes! des israelitischen Volkes, dem mit dem Lichte der Freiheit erst das Licht des > Lebens sich erschloß, wird zu wiederholten Malen und nicht ohne nachdrückliche j Hervorhebung darauf hingewiesen, daß gleich beini Eintritte desselben, nämlich! an dem Abende, mit dem die Festeszeit beginnt, alle die feierlichen Handlungen vollzogen werden sollen, die das äußere Gepräge seiner Weihe bilden, seiner Lehre den sichtlichen, sinnvollen Ausdruck geben. Im ersten Monate — so heißt es in der heiligen Schrift — und zwar am vierzehnten Tage dieses Monats zur Abendzeit soll vor dem Ewigen gefeiert werden das Frühlingsfest, das Erlösungsfest Israels; das Opferlamm heißt es ferner, mit dessen Darbringung in der Gemeinde Israel die Gedenkfeier des so ruhmwürdigen, folgenreichen Auszugs aus Ägypten eröffnet wird, das soll zur Abendzeit auf den Altar gelegt werden und dann weiter: es soll das aus biefent Lamme bereitete Passamahl noch in derselben Nacht verzehrt werden, und es soll davon nichts zurückgestellt, nichts übrig gelassen werden für den Morgen. Die Seeleninnigkeit, die Herzensfreude, mit der Israel seiner Befreiung von dem ägyptischen Knechtesdienste gedenkt, mit der es sein Danklied emporsendet zu dem Gotte, der den Verlassenen ein liebreicher Hüter, den Verfolgten ein hilfreicher Annehmer ist, die soll nichts von jener Säumigkeit und Lässigkeit an sich haben, in der der geistesarnie und thatenscheue Wankelmut sich gefällt, sondern vielinehr bei dieser nächtlichen Festesfeier der regsame, geschäftige Eifer hervortreten, der sich beeilt, den heiligen