Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1881)
- Date
- 1881-12-01
- Page
- Seite 296 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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296 Dennoch hat er nicht einen unversehrten Ruhmeskranz mit ins Grab genommen. Während die Einen voll Begeisterung für seinen Namen und seine Werke entflammt waren, klagten die Anderen, er habe ein fremdes Feuer auf den Altar des Herrn gebracht, während die Freisinnigen ihn fast vergötterten und ihn als den weithin strahlenden Leuchtthurm der Wissenschaft priese», zvgen Dunkelmänner ihn in den Staub und beschimpften den tobten Löwen, vor dem sie früher, so lange er noch lebte, scheu zurückgetreten waren. Wer jedoch stets, wie Maimuni, das Gute gewollt, dar Edle erstrebt, das Gemeinwohl gefördert und Großes gewirkt hat, der hat das Höchste errungen, die Unsterblichkeit. — Werfonatien und Witlheilungen. lFraukfurt a. M.> Ein edles, warmfühlendes Herz hat zu schlagen aufgehört, ein lichter schaffensfreudiger Geist ist aus dem Reiche der Lebenden geschieden. Baron James Eduard Rothschild, Schwiegersohn des Barons M. C. Rothschild von hier starb zu Paris in der Nacht vom 2-1 zum 2f> Oktober plötzlich in seinem Palais in der Avenu Friedland. Seinen allzufrühen Heimgang beklagt die jüdische Wissenschaft, deren eifriger Förderer und Mäcen er gewesen. Es war,am 10 November 1879 als unter seinem Vorsitze in Paris die „Llwietv des Etndi*» Juivi-s“ gegründet wurde, deren Publicationen sich durch wertvolle geschichtliche und archaeologische Aufsätze anszeichnen und einen lebhaften Aufschwung der jüdischen Wissenschaft in Frankreich bedeuten. Auf seine Anregung und mit seiner Unterstützung wurden die liturgischen Gesänge des Mittelalters in Noten gesetzt, und mit einer für die Geschichte der Musik wertvollen Einleitung versehen, Nebstdem war er noch Präsident der Gesellschaft für das Studium altfranzvsischer Texte. So war der Verblichene als hervorragender Bibliophile und Woltäter bekannt, über'all dabei mit Hand und Herz und Geist wo es galt zu wirken und zu schaffen für die Wissenschaft, wo es galt einzutreten für die heiligsten Güter der Menschheit. Sein Geist empfand eine tiefe Sehnsucht nach dem Ewigen, nach dem Idealen, das den Menschen während des Lebens ziert, und ihm ein dauerndes Andente» in dem Herzen aller Edlen sichert, das den Tod überstralt und die Vergänglichkeit besiegt. Sein Andenken bleibe zum Segen, Friede seiner Asche! Inserate beliebe man an die Buchhandlung von F. B. Anffarth in Frankfurt a M. zu senden. Inhalt: Zum Schlüsse des Jahres 1881. — Zur Geschichte desJudenhasses. Bon Emil Von mann , Schluß, j - Maimonides. (Schluß.) — Personalien und Mittlieilnngen Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: I)r. Adolf Brüll; Verlag von Franz Benjamin Anffarth; Druck von H. L. Brvnner's Druckerei (F. W. B reidenste - n) sämmtlick in Frankfurt am Main.