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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1881-06-01 · Heft 6 (1.6.1881) · p. Seite 151

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
1 (1881)
Issue
Heft 6 (1.6.1881)
Date
1881-06-01
Page
Seite 151 (sequence 23)
Language
German
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151 Lehrweise Pollaks und Schechnas entschieden perhorrescirte. Obschon er als ein Verehrer der Kabbalah kein besonderer Freund philosophischer Studien war, war ihm doch jeder Aberglaube und Fanatismus tief in der Seele verhaßt. Mit einer Freimüthigkeit und Rücksichtslosigkeit sondergleichen geißelte er das Treiben der Frömmler und Heuchler seiner Zeit, wodurch er sich selbstverständlich viele Feinde zuzog. (Fortsetzung folgt) Witt Heilungen. Die Vaticana und die Palatina. Habent sua fata ii belli. In diesen Tagen hat eine der Heidelberger Zeitung entstammende und in viele Blätter übergegangene Nachricht die Aufmerksamkeit der gebildeten Kreise von Neuem auf das traurige Geschick gelenkt, das die einst so berühmte Bibliotheea Palatina in unglücklichen Zeiten zu erdulden hatte. Drei lvichtige griechische Handschriften dieser Bibliothek waren im Jahre 1620, also vor 261 Jahren, dem Proseßor Erasmus Schmidt in Wittenberg geliehen worden. Als drei Jahre spater, im Jahre 1623, Heidelberg durch Tilly erobert und durch Herzog Maxmilian von Bayern die Bibliothek geraubt und dem damaligen Papste Gregor XV. geschenkt worden war, wanderte auch die Empfangsbescheinigung des Wittenberger Profeßors über die entliehenen Handschriften mit nach Rom, woselbst die geraubte Bibliothek in dreißig Schränken in eineni besonderen Theile der Vaticanischen Bibliothek aufgestellt wurde. Unter diesen geraubten Bücherschätzen, die unter der Leitung des päpstlichen Commissars Leo Allatius nach Rom entführt worden sind, befand sich insbesondere auch eine Sammlung seltener werthvoller hebräischen Handschriften, kostbare Bibeln und Talmudcodices sowie viele Unica, im Ganzen 287, die der Palatina hinsichtlich dieses Faches unbestritten die hervorragendste, bedeutendste Stelle unter den damaligen deutschen Bibiotheken verlieh. Sie verdankte diesen kostbaren Schatz dem Gründer der Universität, Kurfürst Ruprecht II von der Pfalz, der — ein Makel an dem Leben des sonst so trefflichen Fürsten — die Handschriften den von ihm im Jahre 1391 aus der Pfalz vertriebenen Juden neben ihren sonstigen Schätzen an Gold und Silber weggenommen hat. 174 Jahre ruhten alle diese Schätze ungestört in den Schränken der Vaticana , bis der im Jahre 1797 geschlossene Friede von Tolentino den Papst zwang, 500 Handschriften aus dem Vatican an das siegreiche Frankreich abzutreten. Unter diesen Handschriften, deren Auswahl vertragsmäßig den französischen Commissaren zustand, befand sich auch ein ansehnlicher Theil der einst der Palatina geraubten hebräischen und anderer orientalischen Manuskripte, die fretlich auch einst durch einen Act der Gewalt in den Besitz der Palatina übergegangen waren. Auch für Frankreich schlug iin Jahre 1815 die Stunde der Wiedervergeltung. Gleich anderen Fürsten, die die von den Franzosen in früheren Jahren geraubten Schätze der Kunst und der Wissenschaft zurückforderten, erhob auchder Papst Anspruch an die im Jahre 1797 an Frankreich abgetretenen Bücher schätze. Nun reclamirte aber auch die Universität Heidelberg, unterstützt von Preußen, ihre vor 192 Jahren in den Besitz des Papstes übergegangenen Hand-

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