Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 1 (1881)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1881)
- Date
- 1881-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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foptiir - M!>!M!icliMicI>ö znr Betehrnug über dnr; ^nbenthum für Gebildete aller Confrssionen. onaiSblaiiet' Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben vou Dr Adolf Abonnementspreis Mk. (i per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 1 Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. März 1881. Nummer 3. Der DeKakog. Npftp, nm U?odjpnfp|te 1876 gphaltpn von Dr. Ad. Jellinek. „Gott redete alle diese Worte' 2 B. M. C. 20,1. Während des zweiten israelitischen Staates wurden beim Morgengottesdienste nn Zionstempel vor dem Schma-Bekenntnisse, das die Einheit und die Einzigkeit des Ewigen verkündet, noch die zehn Gebote von den Priestern in feierlichem Tone vorgetragen. Als man aber nach der Zerstörung Jerusalem's durch die Römer diesen Brauch in die zerstreuten zahlreichen Synagogen übertragen wollte, wurde es von den Weisen Israels nicht gestattet — und mit Recht! Denn seit der Einäscherung des Opferaltars wurden Palästina und Syrien aufgewühlt und zerwühlt in ihren religiösen Tiefen. Hier rang sich aus dem Schooße des Judenthums eine Religion empor, welche die gesetzlichen Vorschriften desselben der fortdauernden Verbindlichkeit entkleidete und sie für einen überwundenen Durchgangspunkt zu einer höheren Religionsform erklärte; dort wurde die Thora von Parteihäuptern und Sektenführern in echte und unechte Bestandtheile zerlegt und dem Kapitel, welches die zehn Worte des Sinai enthält, allein ein hoher göttlicher Ursprung zuerkannt. Um daher das Volk nicht irre zu leiten, wollte man nicht einem einzigen Stücke der Thora vor allen übrigen im täglichen öffentlichen Gottesdienste den Vorzug geben.*) *) öeraedorll 12.