Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 3 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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415 allein da stehenden Schriften anvertraut, sondern schließt sich in der Regel an die besonderen religiösen, oder politischen Gesetzbücher des Volkes an. Selbst wenn aber auch das Erste der Fall ist, so tritt hier, wie in dem zweiten Falle, das wissenschaftliche Moment stets vor dem hervorstechenden, teleologischen des Nutzens zurück, durch und für welches letzte Moment das eigentlich Wissenschaftliche selbst bei dieser BeHandlungsweise erst erwähnt wird. Wir können daher den Karakter der asiatischen Naturwissenschaft auch nicht besser bezeichnen, als durch die Vergleichung desselben mit dem Zustande der ausgebildeteren, ^statischen Ethik. Wie nämlich diese in einer bloßen Lehre der Weisheit oder praktischen Lebensktugheit bestehet«), so bestehet die Astronomie der Asiaten in einer bloßen, erweiterten, angewandten Chronologie oder in Astrologie; ihre Medizin ferner in einer bloßen praktischen Chirurgie und Therapie, und ihre Botanik theils in einer Anweisung zur Erkenntniß und Nutzung der einheimischen Gift-, Heil-, Farbe- und Futterkrauter u. s. f., theils in einem Unterricht in dem Feld- und Gartenbau u. f. f. — Asien hat also weder im Begriffe/ noch in der Wirklichkeit von einer systematischen, empirischen Naturwissenschaft eine Ahnung. Nach der bisherigen Darstellung haben wir also bei Betrachtung der Naturseite eines asiatischen StaatS namentlich auf folgende Stücke zu sehen: auf die physikalische Beschaffenheit des Landes und das aktive Verhalten der Einwohner dazu; ferner auf die Gesetzgebung des Staats in Absicht auf seine Natürlichkeit; endlich auf den Zustand der empirischen Naturwissenschaft «) Vergl. S. 406.