Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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280 ganger und ohne Nachfolger,— oder jener elenden Scnbcnten, die ihr Zeitalter unbeachtet durchkränkeln/ gelehrt gestritten werden: aber wer darf einen Epoche machenden Schriftsteller, der an eine gegebene Vorwelt angelehnt/ von einer ununterbrochenen kenntlichen Jüngerschaar/ ja von dem eignen Geschlecht durch die Literaturgeschichte getragen wird/ aus einem Jahrhundert in das andere würftlmäßig hineinspielen/ ohne den Geist, der durch die Begebenheiten wandelt/ zu verhöhnen? Es hat nämlich Gedalja, der leichtsinnige Verfasser der Traditio nenkette (LLksIsclieletK Kak^abdala), von welchem Joseph del Medigo witzig sagte, man müsse ihn selbst an' seine Kette legen, den Raschi in das Jahr 1180 versetzt, und zu einem Zeitgenossen und Bekannten des Maimonides gemacht. David Gans war so unvorsichtig, Gedalja's seichtes Geschwätz für beachtenswerth zu erklären, und so ist ihm denn Bartolocci, und — fast mit Widerspruch von Seiten des wackern Johann Christoph Wolf — jeder Spätere bis auf Gesenius herab nachgetreten. Allein die Einwürfe Gedalja's, aus welchen er den Raschi in ein Jahrhundert später versetzt, sind kaum der Widerlegung Werth. So behauptet er, Rabbi Tam, Raschi's Enkel, habe noch 1279 gelebt, wozu ihn vermuthlich eine gemißdeutete Stelle bei Norcleckai (5. 144 5 oben) verleitet hat. Dann findet er der spanischen Schriftsteller, namentlich Abraham's David und Maimonides Stillschweigen über unsern Commentator bedenklich,— hat aber nicht nur übersehen, daß der nämliche Abraham ben David (Leisikakkakbala) j.J. 1l61 des Jakob Tam (Raschi's Enkel) bereits Erwäh-