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Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums · 1822-01-01 · 2 (1822) · p. Seite 204

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Journal
Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
1822-1823
Issue
2 (1822)
Date
1822-01-01
Page
Seite 204 (sequence 10)
Language
German
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204 leS Licht zu setzen. -- Die Propheten/ von des Königs Usia Zeiten an, sahen deutlich genug, wie wenig sich, selbst der Schatten von Freyheit und Selbstständigkeit, noch lange erhalten könne, der dem Volke geblieben war. Innerer Zwiespalt und Sittenlosigkeit untergruben von der einen Seite die Grundpfeiler des morschen Staates, und bereiteten seinen Umsturz vor, und von der andern droheten ihm, die wie reissende Ströme sich fortwalzenden Siege der Aegypter undBabylonier den völligen Untergang. Jeder Widerstand gegen die Macht des Letztern schien, besonders dem höchst besonnenen und umsichtigen Jeremijahu, unmöglich, und übel nur ärger zu machen. Ihr einziges Bestreben ging auch bloß dahin, dem Volke ein kluges Betragen in jener Zeit der Trübsal zu empfehlen, und ihm zu ratyen, fahren zu lassen, was nicht zu retten steht, um wenigstens den Vortheil zu erringen, daß man mit einem Tribute abkommen und im Lande verbleiben werde. Aber ein kluges, für die Erhaltung des Ganzen eingerichtetes Betragen, setzt verbesserte Sitten voraus: der Mensch muß einen Theil von seiner eigenen Selbstsüchtigkeit aufopfern, damit auch die fremde Selbstsüchtigkeit Spiel, räum zur Befriedigung finde; er muß, umgekehrt von Medeas: Viäso meliora proko^us, «leteriora Ze^uor, sagen: Schlechtes brünstig wünschend, Hält Vernunft die That zurück. Daher predigten die Propheten beydes zu gleicher Zeit und mit gleicher Kraft. Eure Sünden, sagten sie dem Volke, haben Euch den Zorn Jehovas' zugezogen; Euer Schicksal ist unvermeidlich; der Babylonier, der Sohn Gottes, wie ihn Jeremijahu nennt, führt die

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