Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 207)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969091-2969092-2969093--209-2969312- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
195 was des freien Gedankens Spur an sich trägt, in dem Hohlspiegel seines Verstandes sich verkehrt darstellt. — Wir wissen/ was d ieses Hinschauen nach des Morgenlandes Urideen und Ursymbolik bedeutet. Wir kennen diese mystische Theologie die sich in unserer Zeit als Religion gellend zu mächen strebt. In unsrem Verfasser hat sie ein würdiges Organ gefunden, und aus diesem Grunde allein haben wir seiner Schrift sot che Aufmerksamkeit gewidmet. Dem Judenthum predigt er Rabbinismus (sogar im augenscheinlichsten Widerspruch mit sich selbst) und dem Christenthum Catholicismus (denn er haßt den reinen Buchstaben des Protestantismus)—das ist wenigstens consequent. Zurück.' nur immer zurück! das scheint Losungswort zu werden. Ob wir so aber wirklich zu der Adamitischen Urnähe Gottes gelangen werden? Das mögen einige Gutmüthige wohl träumen. — Allein wenn in Adam die heilige Unschuld dargestellt ist, die reine Menschlichkeit die das Göttliche selbst ist — das wollen die Andren gewiß nicht. — In die Sinnlichkeit hinaus und hinunter soll die Religion gedrangt werden, damit im Gemüthe das Unheilige desto mehr Raum gewinne. Nicht das Irdische zu vergeistigen, nein! das Geistige zu ver sinnlichen bemüht man sich, damit aus dem Körper, aus dem Buchstaben, die hohle Stimme des Priesters als eine göttliche sich vernehmen lassen könne, damit man an dem greifbaren Objekt ein Idol habe, dem die erniedrigte Menschheit mit neuen Strömen ihres kostbarsten Blutes opfere. — Wie aber, trotz Iosua und Pabst, die Erde ungestört sich um ihre Are dreht und die Sonne umwan-