Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969091-2969092-2969093--142-2969245- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
128 chen der Dürre und des Segens, wenn er nicht Gerechtigkeit und Menschenwürde aus ihrer tiefen Mißhandlung endlich sich erheben sähe, — wie sie dort die, von den ausgetriebenen Juden beharrlich verfluchte, Inquisition *) in Trümmer stürzen, und hier, unter Deutschlands Juden, Keime pflanzen für künftige Frucht. Vorzugsweise dorthin ziehet uns das Studium der jüdischen Litteratur, — denn dort hat es eigentlich eine solche gegeben. Unter allen Bestrebungen des jüdischen Volkes, kommt, seit dessen politischen Untergange, keineider hispanischen Zeit gleich, — wo die Juden auf einer gleichen, ja nicht selten, einer höheren Stufe, als Europa, standen. Dort lebten Männer, jeder Anerkennung würdig; es gab nicht nur eine todte Sprache, als geehrtes Vermächtniß der Vorfahren, sondern auch eine lebende, verstandene und ausgebildete; wetteifernd mit den Mauren, fanden Dichtkunst und Wissenschaft ihxe Verehrer. Selbst die äußere Geschichte ist dort wichtiger, kräftiger, und, nach der barbarischen Westgothischen Epoche, reizender als irgendwo. Und Sitte und Bildung waren so heimisch geworden, daß noch die fernsten Colonien der flüchtigen spanischen Juden, durch sie ausgezeichnet sind. Vielleicht auch erheben sich allmählig die heimlichen Juden, nicht mehr verdammt ihre Brüder brennen zu sehen, und ihre^ Söhne zu tödten **), aus ihrem Dunkel, und bereichern die Geschichte ihrer Vorfahren. Vielleicht daß Forscher, aus Jnquisttions- Archi- *) Siehe lekIlor-Selarälm l. 157. vergl. Xis'ur-Letaläim 5. 10. -