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Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums · 1823-01-01 · 1 (1823) · p. Seite 93

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Journal
Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
1822-1823
Issue
1 (1823)
Date
1823-01-01
Page
Seite 93 (sequence 105)
Language
German
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V3 von Stellen unübersetzbar. Nur vergesse man nicht, daß es bei dem Morgenländer damit eine andre Bewandtniß habe als bei den Abendländern. Bei diesem ist es ein Spiel des Witzes, das einen Augenblick um terhalten und ergötzen kann, und bei einiger Uebertreibung den guten Geschmack beleidigt. Bei jenem ist es sehr oft Bedürfnis das er nicht entbehren kann, und liegt zum Theil auch im Bau der Sprache. Kein Wunder daß sie aus der Prosa in's Reich der Poesie übergingen. So lange ein Volk sinnlich denkt, und keine Schrift hat, lebt und webt ihre ganze Sprache in Tönen, welche nur in Mund und Ohr, nicht fm die Augen da find. Die Wortspiele, Wortklänge. Wortanspielungen/ sind ihm als Pfeile der Erinnerung, welche ihm auch für die Geschichte wichtig werden. Co lange ein Volk seine Begebenheiten nicht an Buchstabenschrist für die Augen binden kann, hat es kein anderes Mittel sie aufzubewahren als sie, so gut es angeht, an diese Schälle zu knüpfen. Daher in der hebräischen Sprache diese Menge von Anspielungen auf Denkmale, Sagen und Geschichte, welche sich mir der Neigung des Morgenländers zu Räthseln, Spruch- Wörtern, Symbolen u. s. w. vereinigen. Daher auch der den hebräischen Sangern so geläufige Parallelis mus, welcher nicht allein dem Gedächtniß so dienlich, sondern auch dem Verständniß so wichtige Dienste leistet. Was der erste Halbvers dunkel läßt, wird durch den zweiten klar und deutlich und auch umgekehrt. — Wir würden uns also vergeblich bemühen, durch Übersetzung oder Nachahmung dergleichen Stellen wiedergeben zu wollen, oder qar in unsern abend-

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