Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2969091-2969092-2969093--016-2969119- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2 Zwar gicbt es in der vielfachen Entfaltung des ganzen Lebens eines Volkes, Seiten und Richtungen, die dem Gebiete des Religiösen ferner liegen; aber im Judenthnm, ist mehr als irgendwo, der Einfluß der religiösen Uridee auf alle Verhaltnisse des menschlichen Lebens sichtbar. Das Judenthum hat sich fett seiner ersten Begründung bis auf unsere Zeit, d. i. während eines Zeitraums von mindestens drei Jahrtausenden, als ein ei- <,enthülulichcs, selbststandiges Ganzes erhalten. Freilich haben auch fremdartige Ansichten von außenher oft mals auf dasselbe Einfluß gehabt, denn es bestehen in der Welt des Geistes eben so wenig, wie in der Kör> perwelt irgend zwei Dinge nebeneinander, ohne Wechselwirkung auf einander zu üben; aber was das Judenthum Fremdes in sich aufgenommen, das mußte seinem Grundprincip huldigen, ihm sich assimiliren, mit ihm in Eins verschmelzen, so wie Alles was von ihm ausgegangen, das Gepräge dieser Grundidee überall an sich trägt, unter allen Gestalten durchblicken laßt. Unendlich bedeutsamer ist indeß dieser Einfluß, den das Judenthum seinerseits auf die Menschheit geübt hat, wie dies die Geschichte unbestreitbar darthut. In der Fremde, unter Acgyptischem Einflüsse gegründet, aber dennoch eine von der Aegyptischen Volksbildung ganz verschiedene Richtung nehmend, ist das Judenthum, zu folge seiner innern Eigenthünllichkeit, stets in dem Ver hälrniß der Fremdheit und Absonderung gegen die übrige West geblieben; aber der geistige Inhalt, die Idee des Judenthums hat sich den verschiedensten Völkern des Erdballs mitgetheilt. Weiches ist nun diese Idee, die sich so lang in