Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Don S... 319 big aufReisen gewesen, batte viele, viele Länder suchend durchstreift, doch von den Verlorenen keine Spur entdeckt. Trotzdem war er nicht ermüdet, trotzdem hätte er noch nicht an die Heimkehr gedacht, hätte die Nachricht von der verlassenen Lage seines Kindes sie ihm nicht zur Pflicht gemacht. Doch er hoffte, vielleicht feinen Sohn in den Händen seines geistlichen Verwandten lasten zu können, um dann seine Nachforschungen wieder aufzunehmen — Neugierig standen die Kinder umher; es kam ihnen so seltsam vor, den großen Knaben weinend auf den Knieen des fremden Herrn zu sehen, der mich noch immer wie ein kleines Kind auf seinem Schooße hielt; war ich doch sein Einziges, sein Me'! — Der Doktor schickte die Kinder hinaus, bat den Fremden, auf dem Sopha Platz zu nehmen und stellte sein ganzes Haus zu seiner Disposition; sich selbst aber entschuldigte er auf ein Biertelstündchen, er habe mit seiner Frau noch Einiges über Bewirthung des werthgeschätzten Gastes zu überlegen. Vater und Sohn blieben allein. In den süßen Lauten unterhielten sie sich anfangs nur in kurzen abgebrochenen Sätzen, doch allmälig fanden beide ihre Fassung wieder; ich zuerst, ich war ganz außer mir vor Glückseligkeit, und als der Vater in das wonnestrablende Antlitz seines Kindes blickte, da lächelten seine Lippen seit beinahe sieben Jahren zum ersten Male wieder und staunend gewahrte er, daß sein Herz noch für Glück und Freude empfänglich. Nur zu bald ward das traute Alleinsein der Wiedervereinten gestört. Der Doktor kam, um den werthgeschätzten Gast und den holden Liebling des ganzen Hauses zu einem rasch improvisirten Imbiß in's Speisezimmer zu geleiten. Der geistliche Herr plauderte viel und verbindlich. Er entschuldigte sich, daß er nicht Fleischspeisen austragen laste, aber das geschähe nur aus Rücksicht für den kleinen Eisenkopf; er drohte mir lächelnd mit dem Finger. ״Ja ja, mein werther Herr Dal Monte", fuhr er fort, ״der kleine Mann dort ist ein herrliches Kind, ein hochbegabter Knabe und dabei so gesittet, so artig, Sie könnten es sich nicht bester wünschen. Aber Eines dürfte S»e dennoch in Staunen setzen, das ist der große Eigensinn des kleinen Mannes. Man darf das allere dings dem lieben Kinde nicht zur Last legen", fügte er entschuldig -end hinzu, ״seine Erziehung ist daran schuld. Ihr seliger Schwieger-