Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Von Dr. med. Marcus Hirsch. 273 Mströmvl durch die sie deckende äußere Haut gehindert; so gelangt die Luft zwischen die beiden Häute und dadurch entsteht das Geräusch", wie es in trefflicher Weise Nasch! erläutert. Dieser Satz verdient in hohem Grade unsere Aufmerksamkeit. Zr zeigt uns vor Allem ein bedeutendes diagnostisches Talent in der Anwendung eines Experimentes zur Erkennung des Luftausttittes aus der Lunge, das auch noch heute nach so vielen Jahr- Hunderten und der bedeutenden Entwickelung, die gerade die Diaznose in der heutigen Medizin gefunden, unsere höchste Anerkennung verlangt. Auch noch jetzt bedient man sich zur Erkennung deS Pneumothorax in der Leiche, des Geräusches oder der Luftblasen, die die ausströmende Luft in umgebendem Waffer erregt.^ Nur vernachlassigt man es, wie schon erwähnt, die Lungen, wie es der Talmud angiebt, im aufgeblasenen Zustand und ganz besonders während des Nusblasens selbst zu untersuchen und unterliegt es keinem Zweifel, daß mcui dann noch viel öfter über den eigentlichen Sitz der Lungen- Verletzung in's Klare kommen würde. Als Beweis, mit welcher Umsicht in diagnostischer Beziehung verfahren wurde und wie man 4 bemül'l war, möglichst ungetrübte Resultate zu erlangen, die allein ( zu richtigen Schlußfolgerungen berechtigen, bemerken wir noch wie Rabbi Josef auch die Temperatur des bei diesem Experiment anzuwendenden Waffers genau bestimmt und verlangt, daß man rmr lauwarmes*) Waffer nebme. Heißes ziehe vas Lungengewebe zusammen, so daß die Oeffnung leicht verstopft würde, während eiskaltes die obere Haut dürr mache und so beim Aufblasen zu einer Zerreißung derselben Veranlassung gebe, die während des Lebzeitennicht vorhanden gewesen.** ***)) In nachtalmudischen Schriften wird auch «och darauf hingewiesen, daß man bei dieser Probe die Lunge nicht zu stark ausblasen dürfe, da dadurch leicht eine Zerreißung der Aungenoberstäche entstehen könne und mit Recht angenommen wird, baß die Lungen im Leben nie so vollkommen weit ausgedchnt werden, wie es beim Aufblasen nach dem Tode möglich set.*^*) *) In nachtalmudischen Schriften Waffer von der Temperatur des Speichels. Chpli»;46 b. . ' . . ***) Ture sohob zu Joreh Deab § 36. . 18