Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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Son G ... 253 Hnen fthlt, gewöhnlich bin ich allerdings nicht im Stande, über eme Summe frei zu verfügen, doch der Zufall wollte es, daß ein Loos, ein Geburlstagsgefchenk einer alten Verwandten von mir, vor einigen Tagen gezogen worden ist, wodurch es nur möglich ist, das, was Ihnen fehlt. Ihnen anzubieten. Morgen um zehn Uhr steht das Geld zu Ihrer Verfügung. Um die Rückzahlung brauchen Ne sich keinen Kummer zu machen, ich kann es wohl ein paar Jahren entbehren. Sie können es mir Ratenweise zurückerftatten, ganz nach Belieben." Sprachlos vor freudigem Staunen, starrte Wenzel feinen Netter an, dann warf er sich ihm zu Füßen und bedeckte die Hände desjenigen, den er am Morgen noch so tief verachtet, mit heißen Küsten und Thränen; zu reden vermochte er lange nichts. Vergebens bemühte sich Dal Monto den Aufgeregten aus dieser demüthigen Stellung zu bringen, er wollte durchaus nicht aufstrhn. ״Nein" rief er, ״nein! Hier ist mein Platz, auf den Knien muß ich Ihnen danken, und noch und abermals Ihre Verzeihung erstehn. Sie haben mein Leben gerettet. Sie retten meine Ehre, nachdem ich Sie so schmählich beleidigt habe. Können Sie mir denn wirklich verzeihen, oder thun Sie dies alles nur, um mir zu zeigen, welch ein elender Mensch ich bin, und wie unendlich hoch Sie über mir stehn?" Wieder und wieder versicherte ihm Dal Monte, daß er an jene Beleidigung nicht mehr denken wolle; aber es währte doch lange, ehe der andere sich zu fasten vermochte. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, äußerte Dal Monte sein Befremden über die Enterbung, da man doch bisher nie von einem Constikt zwischen Vater und Sohn gehört hatte. Die beiden jungen Leute nannten eine und dieselbe Stadt ihre Heimath; ihre äußeren Verhältniste waren ihnen daher gegenfettig nicht fremd. Paul Wenzel war der Sohn eines reichen Mühleüöesitzers, besten Vermögen man auf nahe zu einer Million schätzte. Der alte Wenzel, schon feit Jahren ein schwacher kränklicher Greis, hegte für seine beiden Kinder, einen Sohn und eine Tochter, eine wahre Affenzärtlichkeit, nie war er im Stande gewesen, ihnen irgend etwas abzuschlagen. — Paul, hatte daher auf