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Jeschurun · 1869-04-01 · Heft 3 (April 1869) · page 48

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 3 (April 1869)
Date
1869-04-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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226 Jüdische Fawttionpapiere re. >em, aber seine gnädigen Arme sind stets dem Zurückkehreuden ge- -ff«t.Ich aber, in den einsamen Nächten, wenn di« neue Qual den Schlaf von meinen Wimpern schrecken wird, ich werde mich trösten mit dem Gedanken an Dich.Hat doch der Ewig« Dich gewürdigt Dem stolzes Herz zu rühren, um wie viel eher meinen sanften Knaben." Man sieht der Rabbi ist fest entschlossen auch diesen Sohn von sich zu stoßen; aber jetzt nimmt die Schauspielerin das Wort, sie will großmütbiz sein, den Sohn seinem Barer zurückgeben; und nnn kommt der Rabbi auf einen Einfall, welcher als ein deus ex machina die Lösung der Verwicklungen zu aller Befriedigung herbeifübren sollte. Er macht der Schauspielerin das Anerbieten, feine Schwiegertochter zu werden, nur muffe sie aufhören Schausvielerin zu sein, obendrein müsse sie zum Judenthum übertreten. Es thut ihm leid diese ׳letzte Bedingung stellen zu müffen, er selbst halte Freiheit der Gewiflen für das heiligste Recht der Masche«, aber eS ließe sich einmal nicht ändern u. s. f. Dieser Abfall des Rabbi von einem wirklichen Held.m zu einem Romanhelden finden wir kaum bester als der von ihm so streng gerügte Uebertritt seiner Söhne. Ist das derselbe Mann, ter Nächte laug über die Gemara gebeugt nur bestrebt war durch sein Leben das in der Gemara Enthaltene zu verwirklichen. Nach unserem Dafürhalten hätte hier der Verfaffer etwas weniger Nervenschwäche und etwas mehr Geschmack bei seinen Lesern voraussetzen sollen. Der Rabbi spielt nach dieser Heldenthat eine durchaus klägliche Rolle; sein Vorschlag wird von der Schauspielerin zurückgewiesen; sie hält fester an ihren Beruf als der Rabbi an den seinigen. S'.e giebt den albernen Benjamin und ein sorgenfreies Familienleben auf, weil sie es nicht entbehren kann ״bewundert zu werden oder getadelt, beneidet oder verleumdet, und weil sie selbst gewohnt ist zu verachten". Der Rabbi ist von seinen: heroischen Piedestal herabgetreten, run in die Reihe der übertölpelten Väter der Komödie zu treten, ohne daß seine Nachgiebigkeit zu etwas Andern: nützt, als ihn lächerlich zu machen. Dieses würde uns indesten weniger berühren; der Rabbi hat hier einen Fehler begangen, aber nur in Privatangelegenheiten. Wenn sein System sonst richtig ist, so bleibt es richtig für uns, auch wenn er es durch irgend eine Handlungsweise verläugnet. Wichtiger ist es unS, das System selbst zu prü-

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