Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Die Hypothesen der Bibelkritik. ״Allein hier tritt t׳ie im heiligen Schriftthum so bedeutsame Wahr- ״heit, daß derselbe Gott, der dem Menschen Gesetze giebt, auch der ״Gesetzgeber und Gebieter der Natur ist, mit andern Worten: daß "'ה auch '1קי< ist, in faktischer Thatsächlichkeit hervor. Der dem ״Nca das Gebot zur freien Erfüllung ertheilte, dessen Gebot führte ״auch die Thiere Ln der Weise ihm zu, daß er den göttlichen Auf- ״trag erfüllen konnte. Diese Thatsache, die Identität des ״Gottes der Natur und des Gottes der Menschheit, ״das Walten desselben Gotteswortes in der Natur, das dem Men- ״schen sein Gesetz zur freien Erfüllung hinausgab, bildet einen ״Grundzug des jüdischen Bewußtseins s. Ps. 147, 15 f."; und hiedurch erklärt es sich auch, weßhalb es V. 5 in Bezug auf Noa's Erfüllung des göttlichen Auftrages heißt: ,יכל אשר צוהו ד und V 9 und 16, wo das dem göttlichen Befehl entsprechende Kommen der Thiere berichtet ist, der Name ,'?k gebraucht wird. Durch das Festhalten dieser auf etymologischer Grundlage beruhenden und, wie wir gesehen haben, an den einzelnen Stellen sich erprobenden Bedeutung der Gottesnamen begreift sich auch, weßhalb in der zweiten Hälfte des 16. Verses, dessen letzte drei Worte von der Bibelkritik als interpolirt bezeichnet werden, der Gottesname ־׳ gewählt ist. Der Grund hiefür besteht, wie der vorl. Comm. zeigt, darin, weil mit dem, was Noa gethan, die Rettung noch nicht gesichert war; ״er hatte das ihm Befohlene gethan; aber es war ,!־׳ ״die göttliche Absicht der Erhaltung für bte Zukunft, die ״ihn schützte. Worin dieser Schutz bestand, was Gott für Noa ״that, wird in den folgenden Versen erzäblt." Daß K. 8, 20 21. bei dem Berichte über das von Noa gebrachte Opfer der Name 'ה gewählt ist, wird im vorl. Comm. durch Folgendes erklärt: ״Es wird Gott beim Opfer immer 'n, nie 'קי*< be- ״zeichnet, gewiß zunächst, wie schon die Weifen bemerken, um auch ״den letzten Schein einer Verwechslung mit den nichtjüdischen Opfern ״zu vermeiden, die blinden Naturmächten dargebracht werden. Der ״Name 'ה tritt aber auch zugleich jener blasphemirenden Ansicht ״schlagend entgegen, die in dem Opfer nichts als Tödtung und ״Vernichtung erblickt, darin die ״blutige" Befriedigung einer rache- ״vollen Gottheit sieht und in ihrer schmalstirnigen Beschränktheit ״jubelt, daß wir gottlob keine Opfer mehr bringen und schon so