Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Von S... ״Letzteren befinde, um einer heiligen Pflicht zu genügen, mein ״Testament zu machen. ״Meine lihenere, innigst geliebte Schwester, Frau Elise Meier ״gcb. Löb Ehegattin des Herrn Moses Meier, Seidensabrikanten in ״Dist meine einzige Erbin — ״Indem ich meiner geliebten Schwester mein Vermögen ver- ״nrache, flebe ich zugleich inständigst um ihre Verzeihung Möge ״sie mir verzeiben a'.' den Schmer;, all' den unsäglichen Kummer. ״Wenn lange Jahre der bittersten Reue den frevelhaften Schritt, den Hich im jugendlichen Leichtsinn begangen, zu sühnen vermögen, so ״ist er gesühnt — ״Schon vor beinabe vierzig Jahren, als das Schiff, auf dem ״ich zur Ueberfahrt hierher mich befand, von den Dellen des Sceans ״zertrümmert wende und ich wie durch ein Wunder dem sichern Tode ״entronnen war, schon damals habe ich den Entschluß gefaßt, den ״schon damals bereuten Schritt rückgängig zu machen und öffentlich ״wied-r zurückzickebren zu dem heiligen Glauben unserer Vater — ״Sobald ich eure Gemeinde von Glanbensgencssen erreichte, brachte ״ich meinen Entschluß zur Ausführung. Hier im Lande der Frcibeit ״war dieses schon damals möglich. Wob! gedachte ich schon damals ״meiner theucren Elise Nachricht von meinem Rücktritt zu geben, ״aber ich fürchtet׳-, unedle Motive könnten dieser Mittheilnng unter- ״brcitet^werdcn, denn Jahre lang befand ich mich in der drückendsten ״Armuth, I .hre lang hatte ich mit Noch und Elend zu kämpfen ״— Dock meine!heuere Elise möge meiner Versicherung Glauben ״schenken, daß seit meinem Rücktritt selbst die drückendste Roth nicht ״im Staads war, mich zur wissentlichen Verletzung von auch nur ״einem unserer be!!:gm Gebote zu bewegen. Ja, ich s'gn.t.- und ״segne noch heilte diese langen Jahre des unsäglichsten Ungemachs, ״die bitte:ftcn Leiden, beim auch in ibnen finde׳ ich eine Ar: von ״Sühne ur;t oft gebe ich mich der Hoffnung hin, daß der Allbarm- ״herzige dem reu.vollen Sünder v.reichen hat — ״E.-duch, nach vielen langen Jahre:!, wendete sich mein Ge- ״schick. Ganz allmälig ge.ielh ich in Wohlstand und endlich gelaugte ״ich gar zu Reichrhum — Nun erst dachte ich ernstlich daran, mei- ״ner geliebten Schwester Nachricht von m r zu geben, aber rch ״zögerte dar! r, de ..! ich hauchden Einschluß gefaßt, meine Geck-