Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Dortrag von Adolf Kohut. 169 ״Enpbilister Michaelis" sich nicht entblödete, den Charakter Nathans des Weisen im lessing'׳ch?n Drama darum als verfehlt darzustellen, weil ja das Judenthum nicht fähig wäre solche Charaktere hervorzubrinaen!? — Wie groß erscheint uns Herder, wenn wir seine Meinung in Betreff der Juden und des Judentbnms mit der der größten Genies des 18. Iabrbunderts, eines Voltaire, G oethe und Schiller vergleichen! Voltaire, den man für den ״aufgeklärtesten" Mann des vorigen Jahrhunderts hält, war so sehr vom Judenhaffe instcirt, daß er das Judeuthum in fast allen seinen Schriften mit Aalle und Geifer bespritzte. Im 2ten Tbeile seiner theologischen Schriften sagt er unter andern Behauptungen und Verdächtignngen: ״Es ist wahrscheinlich, daß die Juden nmherschweisende aussätzige Araber waren, welche die Grenrgegenden von Egyvten zuweilen plünderten, und sich in tie Wüste Horeb und Sinai zurückzogen, naldem man ihnen Nasen und Obren abgeschnitten hatte (sie!). Der Haß, den sie in Folge gegen Egypten blicken ließen, verstärkt diese Vermutbung. — — Es ist ein Charakterzug der Juden" bemerkt er ferner ״Makler- und Trödlergeschäftc zu treiben, zu wuchern, und durch Mäßigkeit und Sparsamkeit Geld zusammenzuscharren. — — Sonach schacherten sie während der 72 Jahren ihrer Verpflanzung. Sie gewannen beträchtlich dabei: und da sie sich immer auf Bestechungen gelegt haben, und sich noch darauf legen, — — so ist es höchst wahrscheinlich, daß sie den Schatzmeistern des Cyrus, und seinem geheimen Kämmerer, viel Geld gaben, damit mark ihnen erlaubte, ihre Stadt, mit «inein kleinen halbsteinernen und halbhölzernen Tempel, wieder aufzubauen." — — Dieses Pröbchen wird genügen, um den Judenhaß des Mannes zu veranschaulichen. Auch Goethe, der zwar ein großer Dichter jedoch ein mittelmäßiger Theologe und Philosoph - war, ist engherzig genug folgende Behauptung aufzustellen. ״Das jüdische Volk", sagt er in seinen ״zwo wichtigen, bisher unerörtert gebliebenen biblischen Fragen", ״seh' ich für einen wilden, unfruchtbaren Stamm an, der in einem Kreise von wilden, unfruchtbaren Baumen stund; auf den pflanzte der ewige Gärtner das edle Reis Jesum Christum, damit es darauf bekleibend, des Stammes Natur veredeln und von dannen Propfreiser zur Befruchtung der übrigen 11»