Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2933206-2933209--11398-2968895- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
142 Rückblick auf den ungar.-israelitischen Congreß. « den Führern der Fortschrittspartei als ״Pamphlet" oder ״Brandschrift" bezeichnet wird. Mit solchen nichtssagenden, von jedem schwachköpfigen Gaffenjungen zu gebrauchenden Ausdrücken hat man noch nicht das geringste für dis eigene Sache gethan, verräth man vielmehr die Unfähigkeit, die in ״Pamphleten" und ״Brandschristen" ausgesprochenen Wahrheiten zu widerlegen. Will man einem vermeintlichen Fortschritte Anerkennung verschaffen, so muß man diejenigen, welche diesen Fortschritt als den beklagenswertbesten auf Unkunde, Gedankenlosigkeit und Materialismus beruhenden Rückschritt zu halten wagen, welche gegen diesen Fortschritt ihr unveräußerliches Recht zu wahren streben, durch Gründe zu widerlegen suchen und darf man sich nicht dem Wahne hingeben, daß bloße Schmähungen und abgenützte Schlagwörter, mit denen man sich den wohlfeilen Beifall beschränkter Gesinnungsgenoffen erwirbt, vor einem unbefangenen, urtheilsfähigen Forum die Stelle der Gründe, der Beweise ersetzen können. unseren religionsgesetzlichen Schriften nicht zu eliminirenden Pestimmungen einen Fortschrittsmann wie Herr Steinhardt nicht zuruckhalten, den jüdisch legalen Boden jener Gemeinden zu behaupten. Wir wollen nicht untersuchen, ob Herr Steinhardt aus Unkunde oder absichtlicher Verachtung des jüdischen Gesetzes Orgel und sonstige die religionsgeseylichen Bestimmungen verletzende Neuerungen als legal erklärt; das Be- Auf die Frage, ob man etwa ,,fürchte, daß die Anhänger der Förtschrittsideen den Boden des positiven Judenthums verlaffen wer- | den?" Haben wir zu antworten, daß wir dies nicht mehr fürchten , können, nachdem wir wissen, daß die Anhänger der Fortschritts-! ideen den Boden des positiven Judenthums bereits verlaffen haben. Die verehrliche Rcdaction dieses geschätzten Blattes (Mag. Zsid.) hat in ihren die Rede des Herrn Steinhardt begleitenden Gloffen an die Behauphmg, daß die im Congreß vertretenen fortschrittlich gesinnten Gemeinden zu jener Besorgniß keinen Anlaß gegeben, die Frage geknüpft: ״Auch die des Redners nicht?" Wir zweifeln nun allerdings nicht, daß Herr Dr. Steinhardt die Kühnheit haben wird, diese Frage verneinend zu beantworten; denn daß in Arad wie in manchen anderen Gemeinden eine Orgel existirt, und daß durch die Einführung einer Orgel in die Synagoge, wie bereits von R- Jakob aus Lißa, R. Mordechai Benet, R. Moscheh Sofer, R. Hirsch Chajes