Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. 113 Weise, ohne jegliche Uebertreibung und gestützt auf vielseitige und vieljäbrige ärztliche Erfahrung und gewissenhafte Beobachtung ein Bild der Erfahrung geschildert zu haben, welche die Beschneidung in ibrem Gefolge hat" — sich befinden muffen. Je weniger aber die von den Herren Unterzeichneten vorgebrachten Einwände und Bedenken geeignet sein konnten, dem von ihnen beabsichtigten Zwecke zu dienen, desto auffallender muß es erscheinen, daß sie anstatt nun etwaigen triftigen Gründen auf dem Gebiete der Erfahrung und Beobachtung nachzuforschen, mit einer ganz besonderen Vorliebe sich zu Beweisführungen mehr theologischer und historischer Art Hinzuneigen scheinen, eine Eigenthümlichkeit, die zu bemerken wir bereits oben Gelegenheit hatten und die auch anzumerken wir so frei waren. S. 3 legen sie das edelmüthige Geständniß ab, daß sie Fremdlinge seien in diesem fremden Gebiete, S. 4 beweisen sie, freilich wider Willen, diese Behauptung — endlich einmal ein schlagender Beweis! — und (ein kurzes Gedächtniß!) jetzt, auf S. 6 betretenste auf's Neue dasselbe Gebiet, auf dem wahrlich ihr Lorbeer nicht zu grünen scheint. Der beleuchtete erste Versuch theologisch-historischer Art war uns ein Räthsel. Es stand uns ja die Anführunz der die Gefährlichkeit der Beschneidung vermeintlich beweisenden Gründe erst noch bevor! — Und welch' schwieriges Thema haben die Herren Doktoren sich zum Exercitium gewählt! ״Zu beweisen, daß, sowie überhaupt, auch für die Operation als solche keine dogmatischen Vorschriften existiren." Nicht wahr, jetzt sehen . Sie die Herren Doktoren, abgemattet von den Strapatzen ihres Berufes, seufzend unter der Last ihrer Gelehrsamkeit, zum Wohle der männlichen jüdischen Menschheit sich opfern, alle Antiquare in Bewegung und Nahrung setzen und studiren jetzt im Schweiße ihres Antlitzes Tag und Nacht — denn es ist ihnen ja ein fremdes Gebist — die sechs Ordnungen der Mischnah, und die alten gewaltigen Folianten der Gemarah, und den PenMeuA und die Propheten, und die mit so vielen leidigen Abbrevia^^n, deren Verstandniß nach Gesenius beinah ein selbstständiges Studium erfordert, schreibenden Rischonim und Acharonim — denn nur hier ja ist der Boden für diese Beweisführung! — O nein, sie machen es sich leichter. Alles Echauffement ist vom Uebel, die Herren Aerzte müffen das besser wissen. Ter Talmud bleibt den Antiquaren, 8