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Jeschurun · 1868-10-01 · Heft 1 (Oktober 1868) · page 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 1 (Oktober 1868)
Date
1868-10-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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56 Rundschau im Gebiete jüdischer Interessen. lebens zu machen, daß durch die Gesetzestreuen mit Festigkeit und Würde den Anforderungen des jüdischen Religionsgesetzes bei Constituirung der neuen Centralorganisation Folge gegeben wird. — Von hoher Bedeutung nicht für Ungarn allein, für die gesammte Judenheit wird es sein, was in Pesiy gegenwärtig beschlossen wird. — Der wackere ״ Sch omre-Hadath-Verein" bat redlich das Seinige auch bei dieser Gelegenbeit^gethän. Bei Len Wahlen ist es ziemlich lebhaft hergegangen, namentlich wurden aus vielen ungarischen Orten von der Reformpartei geübte Vergewaltigungen, die sich bäusig zu wahrhaften Ercessen steigerten, berichtet. Zn Berlin sieben die Repräsentantenwablen bevor oder sind in diesem Augenblicke vielleicht bereits vollzogen. Deren Ausfall ist um so bedeutungsvoller, als die Neugewäbtten bei der Besetzung der noch immer vacanten einen Rabbinatsassessorstelle mitzuwirken babcn. — Der ״Schocharc-Tob-Verein" beabsichtigt den Bau einer neuen großen Synagoge, in welchem der Gottesdienst nach den gesetzlichen Anordnungen abgcbalten werten soll. — Die Juden frage war wiederholt Gegenstand der Bcrathung des preußischen Abgeordnetenhauses. Der Abgeordnete Dr. Ko sch interpelliere am 27. Nov. den Justizministcr wegen der Anstellung der Juden im Justizfach, welcher nur ausweichend antwortete. In Hannover wurde von dem Provinziallandtage als Zuschuß für jüdische Schul- und Cultuszwecke die Summe von 5000 Thalcrn p. a., wie solchen die vormalige Regierung beabsichtigt hatte, bewilligt. Es ist dieses unseres Wissens der erste Fall, daß von Seiten des preußischen Staats oder der preußischen Provinzen den Bedürfnissen jüdisch-religiöser Institutionen eine Beihülfe gewährt wird. Freilich sind in dieser Hinsicht die früheren hannoverischen Einrichtungen für die Provinz Hannover intact geblieben. Hoffen wir, daß dieses Beispiel auch in den anderen Landestheilen der preußischen Monarchie nachzeahmt wird. Aus Bay,ern wurde der Tod des Herrn Mendel Rosenbaum in Zell bei Würzburz gemeldet. In dem Dahingeschiedenen ist einer der edelsten Männer zur ewigen Ruhe eingegangen. Ohne durch besonderen Reichthum oder hervorragende Stellung zu glänzen — er besaß eine Nagelschmicde — hat er für die religiösen und materiel- ' len Interessen seiner Glaubensbrüder in Bayern wahrhaft Großes

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