Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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24 Die jüdischen Hoffnungen in Ungarn. Dieser Congreß, hervorgezangen aus Bemühungen der Neologen zu Pestb, die die Regierung zu einem, schwerlich den übrigen Staatspriucipien analog zu begründenden, Einschreiten in das Znnere jüdischer religionsgemeindlicher Angelegenheiten zu provociren wußten, ist nämlich nichts, als das boffcntlich todtgeborene Kind einer die Gewrffensknechtung ihrer Brüder anstrebenden Facrion. Er soll eine Cenrralistrung der Gemeindeanzclcgenheiten, eine Unterordnung der Lokalgemeinden unter eine Eomitarsaemeinde, der Comitatsgemeinden unter eine Landesgemeinde und der Landesgemeinde unter eine Gesammrleitung bringen, eine Centralinrung, die die Gemeinden — wie wir das in dem abschreckenden Beispiel der französischm Eonsister-alordnung vor Augen baben — in ihren heiligsten eigensten Nngelegenbeiten mundtodt machen würde, und die, bei der eingestandenermaßen vorbandenen Spaltung st-h schroff einander gegenüberftehender religiösen Richtungen, unmöglich obne den härtesten Gewissensdruck aus geführt werden kann. Enw Centralisation ist moralisch nur möglich und wünschenswerth, wenn sic aus dem freien Entschluffe gleichgesinnter Ge meinden hervorgeht, die nun, für das Eine von Allen gemeinsam geachrete Ziel, auf dem von Allen gemeinsam als unantastbar geachteten Boden, sich die Hände reichen wollen, um mit vereinten materiellen und geistigen Kräften Institutionen zu schaffen, die die von Allen mit gleicher Begeisterung angestrebten Ziele in einer Vollendung verwirklichen helfen, die den oft beschränkten Kräften vereinzelter Gemeinden zu erreichen schwer, ja oft unmöglich fallen kann. Allein unter Eine Eentralleitung einen Complex von Gemeinden bringen, in welchen sich, wie man heutzutage spricht, die religiösen Ueberzeugungen bis zum vollendetsten conträren Gegensatz gegenüberstehen, wo die Zerklüftung eine viel tiefere, principiell einschneidendere, und im Leben schärfer heroortretende ist, als z. B. innerhalb der christlichen Kirche die der Katholiken und Protestanten, oder irgend anderer religiös geschiedener Confessionen, das können nur die wollen, denen alles Religiöse überhaupt längst aufgehört hat eine Sache des Ernstes und des Gewissens zu sein, für die es in das Bereich jener gleichgültigen Momente gefallen, hinsichtlich