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Jeschurun · 1868-10-01 · Heft 1 (Oktober 1868) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 1 (Oktober 1868)
Date
1868-10-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Die jüdischen Hoffnungen in Ungarn. 19 Generationen a-HLngen wird: dann ist dies ein Ereigniß von so immenser Bedeutung, daß die jüdische Gesammtheit, insbesondere die jüdischen Brüder in Westdeutschland es mit erwartungsvollen Wünschen, mit zwischen Furcht und Hoffnung getheiltem Gefühle begleiten. Nicht, daß, was der Genius des jüdischen Heiles verhüten wolle, wenn dort die Leidenschaft über die Besonnenheit, der angstlich beschränkte Kleinmuth über männlich klare Begeisterung, wenn dort ganzE und halbe Lüge über die volle nnd reine Wahrheit den Sieg erringen sollte, dies die Zukunft der jüdischen Sache im Kreise der außerösterreichischen Genossen gefährden könnte. Bei uns im Westen haben bereits die Lüge und der Wabn, die Leidenschaft und der Fanatismus der Negation das Ihre gethan. Erschütternde Stürme, wie sie über den. jüdischen Horizont im Osten Heraufziehen könnten, haben wir im Westen bereits seit Jahren bestanden. Wir haben bereits gelernt, dem religiösen Nihilismus Aug' in Auge zu schauen, haben im Kampfe eines halben Jahrhunderts mit diesem Schein-Giganten der Zeit die unbesiegbare Kraft der jüdischen Wahrheit erprobt, haben das Mittel gefunden, uns und unsere Kinder und Kindeskinder herauszuretten aus dem blinden Gewoze hüben und drüben bewußtlosen Kämpfens und Zagens, haben gelernt für Kind und Kindeskmd eine fröhlich heitere, stolze Zukunft ganzen Judenthums und ganzer Bildung zu begründen. Dieses Mittel liegt nicht im ängstlichscheuen Fahnensenken vor den Pratcnstonen jenes Scheinriesen des Tages, liegt nicht in connivirenden Concessionsversuchen einer Vermittlung zwischen Gegensätzen, für welche es keine Vermittlung giebt, liegt einzig und allein in der vollen klaren Erkenntniß, daß das ganze, ungeknickte und ungeschmälerte Judenthum das Licht des Tages, den wirklichen Sonnenstrahl der Erkenntniß, den echten Schmuck der Bildung, das wahre Ergebniß der Wiffenfchaft nicht zu scheuen habe, daß es vielmehr berufen sei, in das frisch pulstrende Leben einer jeden Gegenwart mit der ganzen Energie seines eigenthümlichen ewigen Berufes einzutreten, alles mit seiner Wahrheit harmonirende Wahre, Edle und Gute der Zeirentwicklung — und alles wirklich Wahre, Edle 2*

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