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Jeschurun · 1884-12-25 · Heft 52 (25.12.1884) · p. 819

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 52 (25.12.1884)
Article
Was haben wir zu fürchten?
Date
1884-12-25
Page
819 (sequence 3)
Language
German
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leichtsinnigen Löhne etwas zu fürchten; cs ist ewig, ' wie derjenige ewig ist, der es zum Heile der Menschheit in den Kreis der Menschen gesendet und den jüdischeu Stamm zum Träger desselben erkoren. Snioüioniffljf ZjinlilMishkit. Bon Liunson Aaphacl Hirsch. XXV. Der Staat.! ^Fortsetzung.'! Ein Zauber ruht auf Königs Lippen, Darum versündige am Recht nie sein Mund. Sind doch selbst gerechte Waagbalken nnd -Schalen Gottes In seinem Namen gefertigt Werk alle Gewichtsteine der Tasche. So sei der Könige Abscheu, dag irgend Gesetzloses geschieht, Denn durch Pslichtgercchtigkcit wird ein Thron begründet. Das Recht vertretende Lippen seien der Könige Wille, Und wer Gerades spricht, den liebe er. Braust Königs Zorn wie Todcsboten, Möge ein weiser Mann ihn beschwichtigen können. Im leuchtenden Königs Antlitz liege Leben, Und sein Wohlwollen sei wie Fruhregcuwolke. (10, 10—15.) Eines Königs Wort übt eine weit über das Gewohnliche higausgehendc Macht,;aubcrähulich wirke» seine Acußcrungcn auf seine Umgebung, wirkt eine von ihm in die Oesfcntlichkeit gedrungene Acußerung auf die Anschauungen seines Volkes, über das, was recht und unrecht, was löblich ist und was nicht. Darum hat ein Fürst noch mehr als wie gewöhnliche Sterblichc über seine Rede zu wachen, daß er sich mit keinem Worte an dem was Recht ist versündige. Sind doch die Rechtsbcziehnugcu der kleinsten und gewöhnlichsten Angelegenheiten des Mcuschcnvcrkehrs, wie Maas; und Gewichte, in Gottes Augen nicht zu geringe, um das Ansehen Seines Namens zum Schutz ihrer Rechtmäßigkcit über ihnen schweben zu lassen. So müsse cS stets offenkundig sein, daß das Ausüben irgend welcher Ungesetztichkeit der Könige Abscheu treffe, und daß sic nur in Verwirklichung der Pflichtgcrcchtigkcit den Boden anerkennen, auf welchem ein Thron bestehen könne. Gar nahe liegt cS einem Fürsten, daß von ihm aus die allgemeine Rechtshnldigung gefördert werde. Es braucht sich nur anszusprcchcn, wie kein dein Rechte zu nahe tretendes Wort seine Gegenwart duldet, wie er vielmehr das Recht vertretende, gerade und offene Wort will und liebt und selbst sein aufbrausender Zorn sich gern von einem weisen Wort belehren und beschwichtigen läßt. Daun wirkt die billigende Freundlichkeit, die aus eines Königs Antlitz leuchtet, belebend, und die Acußeruug seines Wohlgefallens tvirkt. weckend und erfrischend wie ein Frühliugsregen aus alle schlummernden Keime des Ncchlen und Guten. Gottes Ehre ist Geheimniß des Waltens, Der Könige Ehre istErgrnndlichkcit ihres Waltens. Und doch wie die Himmel an Höhe nnd die Erde an Tiefe, Ist der Könige Herz unergründlich. Allein, man hat die Schlacken von dem Silber geschieden, Wenn dem?Meister das Gefäß gelungen, So scheide man Gesetzlosen von Königs Umgebung, So wird sein Thron sich in Recht begründen. (25, 2-5.) Die Ziele und Gründe des göttlichen Waltens entziehen sich meistens der Einsicht der Menschen. Allein Gottes Geist ist so unendlich erhaben über den Geist der Sterblichen, und die Unergrüudlichkcit seiner Wallung ist Gottes Ehre, vor welcher der Mensch sich in seiner Kleinheit bewußten Dcmnth beugt. Der Könige Ehre sei es jedoch, meint unsere Sprnchweishcit, wenn die Motive ihrer öffentlichen Handlungen so klar und durchsichtig sind, daß sich die Weisheit unb Gerechtigkeit ihrer Gründe und Ziele dem Vcrständniß der Einsichtsvollen ihres Volkes unvcrhnllt dardietcn. Je mehr ihre Lölk.׳r von der Weisheit und Gerechtigkeit ihrer Vorgehen Ueberzengung schöpfen, um so höher wird die Verehrung und Ehrerbietung steigen, die sie ihren Fürsten zuwenden. Gleichwohl, meint unsere Sprnchweishcit. so unergründlich wie die Höhen der Himmel nnd die Tiefen der Erde sind, so unerfindlich sind oft die Herzen von Königen hinsichtlich der Ziele und Gründe ihrer Entschließungen. Allein, wenn das ist, meinen unsere Sprüche, liege das meistens weniger an den Fürsten, als an ihrer Umgebung, die die Klarheit ihres Wollen- und Handelns trüben. Wie daher die Schlacken von dem Silber auSgcschicdcu werden müssen, wenn das Gesäß vom Meister rein und klar zu Tage gefördert werden sott, so müssen aus der Umgebung der Fürsten die Gesetzlosen! Huldigenden entfernt bleiben, wenn ein Fürstcnthron durch Gerechtigkeit gefestigt bleiben soll. * Des Königs Wohl!vollen werde dem Vernunft vcrtretenden Diener, Aufgebracht werde er dem sein Vertrauen mißbrauchenden. (14, 35.)

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