Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1884)
- Article
- Chanukah
- Date
- 1884-12-11
- Page
- 791 (sequence 3)
- Language
- German
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seine Lippen bewegen sich leise. Lautlose Stille herrscht, kein Blatt raschelt, kein Luftzug saust, dieNatur hält den Athen! an, um nicht die Andacht der -Velden zu kreuzen. .. . Da erhebt sich der Feldherr, die Häupter richte« sich auf, die Augen blitzen und die Schwerter flammen ans den Scheiden. ״Für Gott und sein Heiligthun!!" donnert Jehndah's!nächtige, weithinschallende Stinnnc, die das Echo der Berge fortrollt bis h\ den entferntesten Winkel JndäaS. Mit diesem einstimmigen Nufe stürzt sich die Schaar wie ein unwicderstehlich vernichtender Sturzdach in die Ebene hinab zuu! ungleichen Kampfe mit den zahllosen Söldnern des sclcncidischrn Tyrannen. Und wo der heilige Silberbart des Helden greises wallt, wo Jehnda wie ein Thurm in! Gcwuhle der Schlacht auflancht, wo seine Löwenstinnnc donnert und sein Schwert flammt, dort sinken zu Tausenden die Besten des Feindes, die Uebcrlebendcn aber fliehen von Furcht befallen bis an das Ende der Welt, und tragen bis dorthin den Schrecken und den unvergänglichen Ruhm dcS ״Makkabäers.״ ״Und das waren Inden!" jauchzt cS auf in mein er Seele. O, daß meine Stimme mit der Macht des Donners wetteifern könnte, daß ich cS hinansrnsen könnte in alle vier Wcltgcgendeu und fünf Wcltthcilc: ״daS waren Juden!" O, daß sie ihn vernehmen könnten, diesen meine» Nus, die herostratischeu Kreaturen, die mit eigener Hand des reinen, edlen MenschthnmS Krone sich von! Haupte gerissen haben, die cS vorgezogen haben, die lichte Höhe des Menschen mit der s an len Sumpsinedcrung zu vertauschen, in deren Atinosphäre sich üppig die Giftgase aller bösen, thicrischen Leidenschaften entwickeln. Vernehrnen sollten ihn aber auch die eitlen, verblendeten Thoren ans unserer eigenen Mltte. Ich wollte cS ihnen in die Ohren donnern, daß jene, erschreckt vor ihrem eigenen Lottcrwcscn, zitternd in ihr Nichts zusammenschrnmpsen, diese aber beschämt und verwirrt ans ihrem Jrrthum anfgerüttelt werden sollten. Oder sollte cS sie etwa nicht beschämen und verwirren,!vcnn man ihnen;!!riese: Seht, auch diese trugen den viclgejchmähtcn 'Namen, der Euch-errölhcn macht, wenn Ihr mit ihn! von ohngesähr äugeredet werdet. Auch diese gehörten dem gemeinsamen Slammc an, welchen zu verleugnen Ihr Euch so sorgsam bestrebt, nur um in den Augen Eurer Idole nichts zu verlieren, vor denen Ihr Euch mit sklavischer Selbstentwürdignng bis zum Staube erniedrigt: seht, daS sind die Ahnen, die Ihr mit beispielloser Feigheit und Frivolität vcrrathcn habt! -- Und was ist der Blutlohn für diesen Vcrrath? Die gnädige Erlaubnis;, als Fußschemel dienen und sich in einem verachtenden, geringschätzenden Lächeln sonnen zu dürfen! ,Schluß folgt.) 1 Machtgestirne. Historische Novelle ans der Fendalzcit Ungarns. Boa Samuel Berthold Rosner. —('Jiadibrucf in'rtoten u. Heber־ K'UHii.iombt Vorbehalten. ׳Fortsetzung.) Du bist der letzte Deines Stammes, willst Du, daß er mit Dir erlöschen soll? Wenn Du ein Mann wärest, müßtest Du wissen, daß eö eine der heiligsten Pflichten des NittcrS ist. den )!amen seiner Familie weiter zu vererben. Dieser Pflicht darf er sich unter keinen Urnständen entziehen, denn er ist sie seinen glorreichen Ahnen schuldig. Gehe nur hin, eitler Lasse, und stirb den verincintlichen — hörst Du — vermeintlichen Tod der Helden, denn in Wirklichkeit wird an Deinem Andenken der Flecken jener Feigheit haften. Deinen )!amen mnthwillig auSgclöscht zu haben. — Nun gehe — mir wird der Trost über Deinen Verlust leicht sollen. Ob einen unvernünftigen Sohn, lieber gar keinen." ״Aber ich sagte ja, daß ich meinen Entschluß von einer Bedingung abhängig mache, deren Entscheidung ganz .in Deiner Macht liegt." ״Was für eine Bedingung soll daS sein?" fragte der Graf, neugierig den Kopf erhebend. ״Die Bedingung ist," erwiderte Eugen mit fester Stimme, daß das Unheil an den drei vernrthciltm Inden nicht vor zwölf Uhr deS vierten TagcS, von heute an gerechnet, vollstrcckt werden soll." Der Graf brach in ein schallendes Gelächter an«. ״Verrückter Junge, was für dumme Gedanken Du Dir nicht noch in den Kopf setzen wirst." Doch plötzlich verschwand das Lachen ans dem Gesichte des Grafen, seine Züge nahmen einen starren Ansdruck an. Er sprang ans, erfaßte mit eisernem Drucke den Arm Eugens und schien ihn mit den glühenden Blicken durchbohren zu wollen. ״Daß cS Dir ja nicht in den Sinn komme, thörichter Knabe," preßte er mit bebender Stimme hervor, ״den Namen Ormai mit der Schmach zu brandmarken, den König um Gnade für verächtliche Inden angehcn zu wollen. In den! Momente, in welchem Du dieses Bubenstück ausnben solltest, hast Du Dein Todes!!! theil gesprochen.. Ich selbst werde Dir den Mordstahl ins Her; stoßen, und ichwerde Dich zu finde« wissen!" ״Beruhige Dich. Vater, ich werde den König nicht um Gnade für die Inden angehcn," cntgegnete Eugen, ein jedes seiner Worte scharf betonend. ״Mein Wunsch entspringt!!!ehr einer eigensinnigen Laune, einer Kaprize, an deren Erfüllung ich aber unverbrüchlich sesthalte — ober —" ״Wohl, wenn cS eine bloße Laune ist, dann soll